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Glasfasernetze: Telekomanbieter QSC schafft erste offene Plattform

Der Bau von superschnellen Internetanschlüssen ist extrem teuer. Damit er sich lohnt, will das kleine Unternehmen Anbieter und Nachfrager zusammenbringen. Erste Kooperationspartner hat der Telekomanbieter bereits überzeugt.

Bei QSC verhandelt man bereits mit mehreren potenziellen Partnern. Quelle: QSC
Bei QSC verhandelt man bereits mit mehreren potenziellen Partnern. Quelle: QSC

DÜSSELDORF. Der Telekomanbieter QSC will die erste offene Plattform für Glasfasernetze schaffen. Damit könnten die zahlreichen kleinen Netzbetreiber ihre Dienste bundesweit anbieten und die großen Spieler die schnellen Glasfaserleitungen der Kleinen in den Gegenden nutzen, wo ein eigener Ausbau sich nicht rechnet. "Wir schaffen eine Drehscheibe für regionale Anbieter von Glasfasernetzen und die Nachfrager nach Kapazitäten dort", sagte QSC-Chef Bernd Schlobohm dem Handelsblatt. Als erste Kooperationspartner hat er den Leipziger Anbieter HLkomm und United Internet gewonnen. "Wir führen Gespräche mit einem Dutzend weiteren Infrastrukturanbietern", sagte Schlobohm.

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QSC ist mit einem Umsatz von 420 Mio. Euro und rund 700 Mitarbeitern einer der kleineren Anbieter in Deutschland mit weniger als fünf Prozent Marktanteil im Geschäftskundenmarkt. Die Kölner bauen für mittelständische Unternehmen Telekommunikationsnetze und bieten Dienste wie Speicherkapazitäten im Internet an.

"QSC ist prädestiniert für die Makler-Rolle zwischen Netzanbietern und Nachfragern, weil sie selbst keine Privatkunden bedienen und damit kein Konkurrent für die anderen sind", sagt Frank Rothauge, Telekomexperte bei der Berenberg Bank.

Hintergrund des in der Branche einzigartigen Vorstoßes einer offenen Netze-Plattform sind die extrem hohen Investitionen in schnelle Glasfaserleitungen, die bis in die Häuser reichen, im Fachjargon "Fibre to the Home" genannt. Bei den herkömmlichen DSL-Netzen enden die Glasfaserkabel an einer zentralen Stelle in den Wohngebieten. Die letzten Meter bis in die Wohnzimmer der Kunden laufen über Kupferkabel, die die Deutsche Telekom in Monopolzeiten bis in jeden Haushalt gelegt hat. Kupfer verlangsamt aber die Übertragungsgeschwindigkeit. Neue Anwendungen wie Online-Spiele oder Film-Downloads aus dem Internet sind deshalb mit den gängigen Bandbreiten oft mühsam.

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