Goldgräberstimmung
Web-Comedy löst TV-Serien ab

"Bombshell", zu deutsch Sexbombe, heißt die Produktionsfirma zwei junger Absolventinnen der New York University. Das Ziel des Start-Ups: Mit ihren eigens produzierten Web-Serien den TV-Markt auf den Kopf stellen.
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San Francisco

Große Online-Plattformen wie Netflix oder Foursquare produzieren ihre eigenen TV-Serien fürs Internet und greifen die Vormacht der TV-Netzwerke an. Zwei junge Absolventinnen der New York University wollen mit ihrer unabhängigen Produktionsfirma Hollywood bei der neuen Goldgräberstimmung dabei sein. Ihre neue Comedy-Serie"Stalktalk"wird nur im Internet zu sehen sein und nimmt den Hype um Hollywood-Stars und Skandale auf die Schippe. Die erste Staffel ist bereits von einen Sponsor durchfinanziert und ist jetzt online.

"Wie die jüngste Partnerschaft zwischen Netflix und Kevin Spacey deutlich zeigt, verändert sich die Rolle der traditionellen TV-Networks. Die Grenzen zwischen klassischem TV-Programm und Digitalprogrpgrammierung". Die 25-jährige Wendelin von Schroder ist überzeugt, dass die Zeit für Web-Serien endgültig gekommen ist. Die Online-Videoplattform Netflix hat vor wenigen Tagen die Produktion einer 26-teiligen Web-Serie mit Hollywood-Star Spacey angekündigt, die Spacey als ambitioniert-skrupellosen Politiker zeigt. Produzent ist der jüngst für einen Oscar nominierten David Fincher ("The Social Network"). Erst nach der Web-Auswertung sollen TV-Sender bedient werden. Die Initialzündung für den Trend lieferte Anfang 2010 der Thriller "The Bannen Way". Sony Pictures Entertainment gab den jungen Filmemachern Jesse Warren und Mark Gantt eine Millionen Dollar an die Hand und ließ sie eine Serie über einen verschuldeten Kleinkriminellen drehen, der sich auf einmal mitten in einem Bandenkrieg wiederfindet. Die Episoden wurden alleine in den ersten vier Monaten über 16 Millionen Mal abgerufen, mittlerweile wird die Serie auf DVD verkauft.

Von solchen Erfolgen kann Wendelin von Schroder bislang nur täumen. Sie ist Marketingvorstand, Schauspielerin (in der Serie die Stalkerin von Linday Lohan) und Mädchen für alles in der Drei-Mann-Produktionsgesellschaft Bombshell. Die deutschstämmige Absolventin der New York University Tisch School of the Arts ist zusammen mit der 22-jährigen Produzentin Rachel Annette Helson die treibende Kraft hinter dem Start-up aus Beverly Hills nahe Los Angeles. Helson wurde mit 20 Jahren erstmals für einen Tony-Award nominiert, den Oscar der Musicalbranche, der Ritterschlang am Broadway.

Der Plot ist schnell erzählt. Eine Gruppe verurteilter Stalker, Fans, die ihren Stars bis zur Unerträglichkeit nachstellen, muss bei der Psychologin Natalie, die schon genug mit ihren eigenen Beziehungsproblemen zu kämpfen hat, einen Anti-Stalking-Kurs absolvieren. Dabei entwickeln sich dann in Form einer Comedy-TV-Serie wie "Friends" oder "King of Queens" mehr oder weniger komische Situationen und Dialoge. Pro Staffel werden neun Folgen gedreht und überwww.stalktalk.tvverbreitet. Die Folgen werden auf Youtube gespeichert und dürfen von anderen Web-Seiten, die die Serie verbreiten wollen, auf ihren Seiten eingebunden werden.

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