Goliath gegen David
Verizon siegt im Kampf um MCI

Goliath hat sich gegen David durchgesetzt. Gestern entschied der US-Telekomriese Verizon den Kampf um Ferngespräch-Anbieter MCI für sich. Der weitaus kleinere US-Rivale Qwest zog sich aus dem Übernahmekampf um MCI zurück. Damit endet ein wochenlanger Bieterkampf, in dem zuletzt Qwest vorne lag.

tmo/cuk NEW YORK/DÜSSELDORF. Qwest hatte 9,75 Mrd. Dollar geboten und damit mehr als Verizon. Dennoch empfahl der MCI-Aufsichtsrat seinen Aktionären die Annahme eines nochmals erhöhten Angebotes von Verizon im Wert von 8,44 Mrd. Dollar. Denn die kleinste der einst staatlichen regionalen US-Telefongesellschaften aus Denver ächzt unter einem Schuldenberg von 17 Mrd. Dollar. „Die Teilnahme an einem Verfahren, bei dem Qwest offenbar permanent benachteiligt wird, liegt nicht mehr im Interesse unserer Aktionäre“, teilte Qwest mit.

Der New Yorker Riese Verizon meldete für 2004 einen Umsatz von 71,3 Mrd. Dollar. Qwest erzielte nur 13,8 Mrd. Dollar Umsatz. Kritiker bemängelten, Qwest bliebe nach einer MCI-Übernahme nur wenig Spielraum für Investitionen. Zudem seien die Sparchancen geringer als bei einer Übernahme durch Verizon. Anders als Qwest verfügt Verizon zudem über eine Mehrheitsbeteiligung am führenden US-Mobilfunkanbieter Verizon Wireless.

„Nach Abwägung der Preisangebote und der mit einer Übernahme verbundenen Risiken ist Verizons verbessertes Angebot die stärkere, überlegene Wahl“, erklärte MCI-Verwaltungsratschef Nicholas Katzenbach. MCI hatte bereits im März eine Übernahmevereinbarung mit Verizon abgeschlossen. Auf Druck einiger Aktionäre blieb Qwest jedoch im Rennen. Am 21. April bezeichnete MCI dann das fünfte Angebot von Qwest als „überlegen“, das deutlich über der Verizon-Offerte von Verizon lag. Mit der nochmaligen Erhöhung seines Angebots beendete Verizon gestern den Bieterkampf.

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