Google, Apple und Co.: Der Sozialneid erfasst das Silicon Valley

Google, Apple und Co.
Der Sozialneid erfasst das Silicon Valley

Wo die jungen Mitarbeiter von Google oder Apple hinziehen, schnellen die Mietpreise in die Höhe. Das führt zu sozialen Konflikten rund um San Francisco. Sogar einen Angriff auf einen Google-Bus hat es bereits gegeben.
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San FranciscoAm 20. Dezember eskalierte die lange aufgestaute Wut. Demonstranten hatten an einem Stopp in Oakland einen der klimatisierten Luxusbusse umzingelt, die morgens die Mitarbeiter des Webriesen Google kostenlos in die Zentrale ins Silicon Valley bringen. Steine flogen, eine Scheibe ging zu Bruch, Störer verschafften sich Zugang zum Bus, die Situation drohte außer Kontrolle zu geraten.

Zur gleichen Zeit wurde im Mission Distrikt in San Francisco ein Bus mit Apple-Mitarbeitern aufgebracht. Die meist weißen Busse ohne jede Kennzeichnung mit dunkel getönten Scheiben sind mittlerweile zum Symbol für die Einkommens- und Vermögensungerechtigkeit in den USA geworden. Neben New York ist die wohl kaum irgendwo so drastisch ausgeprägt wie im Silicon Valley und in San Francisco. Und jetzt auch in Oakland. Eine arme Stadt nur zehn Minuten von San Francisco entfernt. Hierhin flohen alle, die ihre Wohnung in San Francisco verlassen mussten. Doch nun holen sie die jungen Techworker wieder ein und verdrängen sie auch hier.

Jetzt will Google seine Mitarbeiter aus der Schusslinie nehmen. Ab Montag werden morgens zwei Fähren vom Hafen San Francisco die kurze Strecke bis nach Redwood City zurücklegen, von wo aus dann die Fahrt in neutralen Bussen bis nach Mountain View in die Google-Zentrale weitergeht. „Wir wollen den Bürgern von San Francisco sicher keine Unannehmlichkeiten bereiten“, heißt es in einer Stellungnahme von Google. „Darum probieren wir andere Wege aus, um die Googler an ihren Arbeitsplatz zu bringen.“ Es ist ein erster Testlauf über 30 Tage, heißt es.

Das ist nach den jüngsten Vorfällen sicherlich richtig, vielleicht aber auch nur ein Teil der Wahrheit. Denn seit Montag müssen die Unternehmen auch dafür zahlen, wenn sie ihre Luxusliner an öffentlichen Bushaltestellen Mitarbeiter einsammeln lassen. Das ist kein kleines Problem: Insgesamt 30 Busunternehmer kutschieren mit rund 4000 Bussen ihre Klientel zu den Arbeitsplätzen in der kalifornischen Denkfabrik.

Bislang hatten sie einfach illegal öffentliche Bushaltestellen als Sammelpunkte genutzt und blockiert. Wenn zwei oder drei elegante Privatbusse auf ihre Kunden warten und sich dahinter die abgehalfterten und klapprigen Linienbusse stauen, mit denen der „gemeine Bürger“ zur Arbeit oder zum Nahverkehrszug Caltrain pendelt, dann ist der Unmut groß.

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  • Was soll denn der Begriff "Sozialneid" in diesem Zusammenhang?
    Wenn ich jeden Tag 100 Km zur Arbeit fahren muss, weil andere Firmen und Vermieter sich auf Kosten bezahlbarer Mieten breit machen, ist das Sozialneid?
    Darauf kann ich als stinknormaler Zuarbeiter, auch der Müll muss weg, wirklich nicht neidisch sein, sorry.
    Da fühle ich mich eher abgezockt und verar***.

  • @norbert
    Das eine schließt das andere nicht aus. Ich kann auch meinen Vermieter oder meinen Arbeitgeber verklagen, wenn meine Rechte verletzt werden.

  • Alarmstufe Orange!

    http://central.banktunnel.eu/mobilmachung.jpg

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