Google fliegt raus
Firefox macht Yahoo zur Standardsuche

Der beliebte Browser Firefox soll eine neue Standardsuche bekommen. Statt Google soll künftig die Suchmaschine von Yahoo bei Anfragen aufgerufen werden. Yahoo hat die Schützenhilfe dringend nötig.
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Der Browser-Hersteller Mozilla und der Internetkonzern Yahoo sind eine fünfjährige strategische Partnerschaft eingegangen. Das verkündeten die Organisation und das Unternehmen am Mittwoch, ohne sich zu finanziellen Details des Vertrags zu äußern. Mit dem Wechsel zu Yahoo ist Google in den USA nun ab dem kommenden Monat nicht mehr die voreingestellte Suchmaschine bei dem Browser Firefox, den Mozilla entwickelt.

Mozilla-Chef Chris Beard erklärte zu dem Deal, der Vertrag mit Google sei ohnehin ausgelaufen, daher habe die Organisation „die Gelegenheit genutzt“, andere Optionen zu prüfen. Mozilla verfolge nun einen „lokaleren und flexibleren Ansatz“ mit mehr Wahlmöglichkeiten. Demnach soll etwa in Russland Yandex die Standardsuche für Firefox sein. Nutzer können allerdings trotzdem ihre Einstellungen für die Suchmaschinen ändern.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer zeigte sich „stolz“ auf die neue Partnerschaft mit Mozilla. Sie könne es kaum erwarten, zu sehen, welche Innovationen sich aus dieser Zusammenarbeit ergeben, erklärte sie.

Für Mozilla ist es eine einschneidende Veränderung: In den vergangenen Jahren kam ein Großteil der Erlöse der Firefox-Macher aus der Kooperation mit Google. Die beiden Unternehmen arbeiten bereits seit 2004 zusammen. Die Firefox-Nutzer würden weiterhin Google als ihre bevorzugte Suchmaschine auswählen können, betonte Mozilla-Chef Chris Beard.

Für Yahoo-Chefin Mayer ist die Vereinbarung mit Firefox trotzdem ein Coup. Die Suchmaschine basiert auch Technologie von Microsoft und macht rund 40 Prozent des Umsatzes von Yahoo aus - und soll nun mehr Nutzer finden. Das ist auch nötig: Zuletzt waren die Marktanteile in diesem Geschäft in den USA von 6,1 auf 5,6 Prozent gesunken - während Google bereits seit 2010 mehr als 70 Prozent des Marktes beherrscht.

Auch Firefox hatte im umkämpften Browsermarkt zuletzt an Boden verloren. Im Oktober kam der Browser laut NetMarketShare auf einen Marktanteil von 14 Prozent. Chrome von Google wird von 21 Prozent aller Internetnutzer verwendet, 58 Prozent nutzen den Internet Explorer.

Bereits im kommenden Monat soll Yahoo in den USA zur Standardsuche im Firefox gemacht werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • mal ehrlich: wer sucht denn schon Onlineinhalte mit der Werbeschleudermaschine Yahoo; selbst das ganze Werberumgedüdel auf "Bunte"-Niveau nervt doch total...ich geh da nur auf das Portal wenn ich meine Wegschmeißemails mal checken muss

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