Google gegen Amazon
Das große Rennen der Tech-Riesen

Youtube präsentiert an diesem Donnerstag die erfolgreichsten Videos des Jahres. Dumm nur, dass der Dienst auf zwei Amazon-Geräten bald nicht mehr zu sehen ist. Der Streit zeigt ein großes Problem der Technologie-Branche.
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San FranciscoDie eigene Situation beschreiben Technologiekonzerne im Silicon Valley gerne mit einer Anekdote aus „Alice im Wunderland“. In dem berühmten Klassiker von Lewis Caroll über eine Reise durch den Kaninchenbau erfährt das Mädchen Alice von der Roten Königin: „Hierzulande musst Du so schnell rennen, wie Du kannst, wenn Du am gleichen Fleck bleiben willst.“

Übersetzt in die digitale Welt bedeutet das: Der technische Wandel vollzieht sich so rasant, dass nur derjenige den eigenen Status hält, der sich anstrengt und die eigenen Geschäftsmodelle und Produkte permanent und mit aller Kraft weiterentwickelt.

Kaum jemand scheint die Strategie des Dauerwettlaufs so verinnerlicht zu haben wie Alphabet, der Mutterkonzern des weltgrößten Suchmaschinenanbieters Google, gefolgt vom Online-Giganten Amazon. Beiden Konzernen ist der Begriff vom klassischen „Kerngeschäft“ fremd, also der Idee davon, dass eine Firma nur die eine nachhaltige Ertragsquelle besitzt.

Eher schon entdecken sie fortlaufend neue Geschäftsbereiche. Alphabet begann als Schlagwortverzeichnis für Internetseiten und entwickelt heute eigene Fahrzeuge. Ex-Buchhändler Amazon vermietet Computerspeicher und vertreibt vielleicht bald sogar Medikamente.

Beim Wachstum in immer neue Reviere kommen sich die zwei Athleten jedoch ganz zwangsläufig in die Quere. Besonders deutlich zeigt sich das aktuell beim Streit um die Vorherrschaft im Zukunftsgeschäft mit dem vernetzten Zuhause.

Mitten im wichtigen Weihnachtsgeschäft kündigt Alphabet-Tochter Google an, den Zugriff zweier Amazon-Geräte auf das eigene Videoportal Youtube zu kappen. Besitzer des Bildschirmlautsprechers Echo Show und von Amazons Fernsehbox Fire TV können ab dem 1. Januar 2018 nicht länger auf die Videoplattform zugreifen. Amazon unterstütze die eigenen Geräte schließlich auch nicht mehr, lautete die Erklärung aus Mountain View.

Konkret geht es um die Google-Produkte Chromecast, Google Home, aber auch Geräte von Konzerntochter Nest, die Amazon nicht mehr oder aber noch nie im Angebot hatte. Der Konzern aus Seattle bezeichnete die Entscheidung von Google im Gegenzug als enttäuschend und kündigte an, das Problem möglichst schnell ausräumen zu wollen.

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Amazon greift Google im Suchmaschinengeschäft an

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