Google gegen Amazon Das große Rennen der Tech-Riesen

Youtube präsentiert an diesem Donnerstag die erfolgreichsten Videos des Jahres. Dumm nur, dass der Dienst auf zwei Amazon-Geräten bald nicht mehr zu sehen ist. Der Streit zeigt ein großes Problem der Technologie-Branche.
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In der Amazon-Zentrale in Seattle wird an der Lösung des Streits mit Google gearbeitet. Quelle: dpa
Vor dem Amazon-Hauptquartier

In der Amazon-Zentrale in Seattle wird an der Lösung des Streits mit Google gearbeitet.

(Foto: dpa)

San FranciscoDie eigene Situation beschreiben Technologiekonzerne im Silicon Valley gerne mit einer Anekdote aus „Alice im Wunderland“. In dem berühmten Klassiker von Lewis Caroll über eine Reise durch den Kaninchenbau erfährt das Mädchen Alice von der Roten Königin: „Hierzulande musst Du so schnell rennen, wie Du kannst, wenn Du am gleichen Fleck bleiben willst.“

Übersetzt in die digitale Welt bedeutet das: Der technische Wandel vollzieht sich so rasant, dass nur derjenige den eigenen Status hält, der sich anstrengt und die eigenen Geschäftsmodelle und Produkte permanent und mit aller Kraft weiterentwickelt.

Kaum jemand scheint die Strategie des Dauerwettlaufs so verinnerlicht zu haben wie Alphabet, der Mutterkonzern des weltgrößten Suchmaschinenanbieters Google, gefolgt vom Online-Giganten Amazon. Beiden Konzernen ist der Begriff vom klassischen „Kerngeschäft“ fremd, also der Idee davon, dass eine Firma nur die eine nachhaltige Ertragsquelle besitzt.

Eher schon entdecken sie fortlaufend neue Geschäftsbereiche. Alphabet begann als Schlagwortverzeichnis für Internetseiten und entwickelt heute eigene Fahrzeuge. Ex-Buchhändler Amazon vermietet Computerspeicher und vertreibt vielleicht bald sogar Medikamente.

Beim Wachstum in immer neue Reviere kommen sich die zwei Athleten jedoch ganz zwangsläufig in die Quere. Besonders deutlich zeigt sich das aktuell beim Streit um die Vorherrschaft im Zukunftsgeschäft mit dem vernetzten Zuhause.

Das sind die Köpfe hinter Google
Die Gründer
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Larry Page (rechts) und Sergey Brin, hier im Jahr 2004, lernten sich 1995 an der kalifornischen Universität Stanford kennen. Zusammen entwickelten sie den „Page Rank“, den Mechanismus hinter der Google-Suchmaschine. Im September 1997 registrierten sie die Domain „Google“ – eigentlich ein Schreibfehler. Die Webseite sollte nach „Googol“ benannt werden, einer Zahl mit der Ziffer 1 und hundert Nullen.

Larry Page
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Der introvertierte Google-Gründer ist heute Chef der Muttergesellschaft Alphabet. Der Sohn eines Informatikers wurde schon früh zum passionierten Bastler. 1995 wechselt er als Doktorand an die Uni Stanford und lernt dort Sergey Brin kennen. Nach der Google-Gründung 1998 wird Page der erste Chef des Unternehmens. 2001 gibt er den Posten an der erfahrenen Manager Eric Schmidt ab, der den Konzern 2004 an die Börse bringt. Im April 2011 kehrt er an die Spitze zurück. Seit einer Lähmung der Stimmbänder hat er Probleme beim Sprechen. Nachdem er lange für einen spartanischen Lebensstil bekannt war, lebt Page heute auf einem weitläufigen Anwesen in Palo Alto und besitzt eine 45 Millionen Dollar teure Superjacht. Das Magazin „Forbes“ zählt ihn zu den reichsten Menschen der Welt.

Sergey Brin
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Der in Moskau geborene Sohn russischer Auswanderer gilt als genialer Mathematiker. Mit Larry Page, den er in Stanford kennenlernte, entwickelte er im Studentenwohnheim den Google-Algorithmus. Heute ist er Präsident der Google-Holding Alphabet und leitet das Geheimlabor Google X. Dort treibt er Projekte wie die Datenbrille Google Glass oder das selbstfahrende Auto voran. Wie Page ist auch er Multimilliardär.

Susan Wojcicki
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Die Managerin ist Tochter eines polnisch-amerikanischen Physikprofessors und wuchs auf dem Stanford-Campus auf. Ihre Garage diente als erster Firmensitz von Google, 1999 wurde sie die erste Marketingmanagerin des Unternehmens. Dort entwickelte sie mit der Werbetechnologie den wichtigsten Umsatzbringer des Unternehmens. Seit Februar 2014 leitet sie das Google-Videoportal Youtube. Google-Gründer Sergey Brin war bis Juni 2015 mit ihrer Schwester Anne verheiratet.

Eric Schmidt
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Schmidt ist Sohn eines Ökonomen und arbeitete nach seinem Studium als Manager in der IT-Branche. 2001 warben ihn Page und Brin für Google ab. Fast zehn Jahre stand Schmidt an der Spitze des Konzerns und machte Google zu einem Börsengiganten. Von 2011 bis 2017 war er „Executive Chairman“, seitdem berät er die beiden Gründer weiter als Mitglied des Verwaltungsrats. Seine Aktienoptionen, die er während seiner Tätigkeit erhielt, machten auch ihn zum Milliardär. Zudem ist er Mitglied der Bilderberg-Gruppe.

Sundar Pichai
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Der Sohn eines GE-Ingenieurs wuchs in Indien auf und ging während seines Studiums in die USA. 2004 stieg er bei Google ein und war zunächst für Projekte wie den Browser Chrome, Gmail oder Google Maps verantwortlich. Später kam auch das mobile Betriebssystem Android hinzu. Seit der Neustrukturierung des Konzerns hat er den Chefposten bei Google Inc. inne, die das Kerngeschäft der Holding Alphabet ausmacht.

Ruth Porat
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Die Finanzexpertin kam im Mai 2015 zu Google. Zuvor war sie Finanzchefin der Investmentbank JP Morgan. Als Chief Financial Officer ist es ihre Aufgabe, bei den oft teuren Forschungsprojekten von Google auf die Kosten zu schauen.

Mitten im wichtigen Weihnachtsgeschäft kündigt Alphabet-Tochter Google an, den Zugriff zweier Amazon-Geräte auf das eigene Videoportal Youtube zu kappen. Besitzer des Bildschirmlautsprechers Echo Show und von Amazons Fernsehbox Fire TV können ab dem 1. Januar 2018 nicht länger auf die Videoplattform zugreifen. Amazon unterstütze die eigenen Geräte schließlich auch nicht mehr, lautete die Erklärung aus Mountain View.

Konkret geht es um die Google-Produkte Chromecast, Google Home, aber auch Geräte von Konzerntochter Nest, die Amazon nicht mehr oder aber noch nie im Angebot hatte. Der Konzern aus Seattle bezeichnete die Entscheidung von Google im Gegenzug als enttäuschend und kündigte an, das Problem möglichst schnell ausräumen zu wollen.

Amazon greift Google im Suchmaschinengeschäft an
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