Google-Mutter Alphabets Unabhängigkeitskampf

Künstliche Intelligenz und Smart-Home-Lösungen: Die aktuellen Quartalsergebnisse des Google-Mutterkonzerns Alphabet zeigen, dass sich auch experimentelle Geschäftsideen auszahlen – jenseits vom Suchmaschinengeschäft.
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Jammern auf hohem Niveau – Deshalb will Alphabet umdenken

Jammern auf hohem Niveau – Deshalb will Alphabet umdenken

San FranciscoAlphabet versteht es, sich neu zu erfinden. Er habe die Macht von künstlicher Intelligenz unterschätzt, gestand Konzerngründer Sergey Brin neulich beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Als die Arbeit an „Google Brain“ in den 90er-Jahren im Experimentierlabor X begann, habe er das nicht ernst genommen. Heute beeinflusse „Brain“ alle Bereiche des Konzerns.

„Künstliche Intelligenz ist zentral für uns bei Google“, sagt auch Google-Chef Sundar Pichai im Analysten-Gespräch im Anschluss an die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse am Donnerstag. „Wir werden weiter in den Bereich investieren, die ersten Zeichen sind vielversprechend.“

Die Google-Holding Alphabet will unabhängiger werden vom Suchmaschinengeschäft, dem es den Aufstieg zur Tech-Macht verdankt. Zwar steigt das Werbevolumen insgesamt, vor allem auf den Mobilgeräten. Doch der Preis pro Anzeige sinkt. 15 Prozent weniger als im Vorjahr zahlten Werbekunden Alphabet laut Quartalsbericht.

Das schmälert die Gewinne. Sie stiegen zwar bei einem Umsatz von 26,1 Milliarden Dollar um acht Prozent auf 5,33 Milliarden Dollar oder 9,36 Dollar pro Aktie. Die Wall Street hatte jedoch mit 9,64 Dollar pro Aktie gerechnet. Dazu trugen Belastungen durch eine höhere Steuerquote bei. Die Alphabet-Aktie fiel im nachbörslichen Handel um 2,2 Prozent.

Das sind die Köpfe hinter Google
Die Gründer
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Larry Page (rechts) und Sergey Brin, hier im Jahr 2004, lernten sich 1995 an der kalifornischen Universität Stanford kennen. Zusammen entwickelten sie den „Page Rank“, den Mechanismus hinter der Google-Suchmaschine. Im September 1997 registrierten sie die Domain „Google“ – eigentlich ein Schreibfehler. Die Webseite sollte nach „Googol“ benannt werden, einer Zahl mit der Ziffer 1 und hundert Nullen.

Larry Page
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Der introvertierte Google-Gründer ist heute Chef der Muttergesellschaft Alphabet. Der Sohn eines Informatikers wurde schon früh zum passionierten Bastler. 1995 wechselt er als Doktorand an die Uni Stanford und lernt dort Sergey Brin kennen. Nach der Google-Gründung 1998 wird Page der erste Chef des Unternehmens. 2001 gibt er den Posten an der erfahrenen Manager Eric Schmidt ab, der den Konzern 2004 an die Börse bringt. Im April 2011 kehrt er an die Spitze zurück. Seit einer Lähmung der Stimmbänder hat er Probleme beim Sprechen. Nachdem er lange für einen spartanischen Lebensstil bekannt war, lebt Page heute auf einem weitläufigen Anwesen in Palo Alto und besitzt eine 45 Millionen Dollar teure Superjacht. Das Magazin „Forbes“ zählt ihn zu den reichsten Menschen der Welt.

Sergey Brin
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Der in Moskau geborene Sohn russischer Auswanderer gilt als genialer Mathematiker. Mit Larry Page, den er in Stanford kennenlernte, entwickelte er im Studentenwohnheim den Google-Algorithmus. Heute ist er Präsident der Google-Holding Alphabet und leitet das Geheimlabor Google X. Dort treibt er Projekte wie die Datenbrille Google Glass oder das selbstfahrende Auto voran. Wie Page ist auch er Multimilliardär.

Susan Wojcicki
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Die Managerin ist Tochter eines polnisch-amerikanischen Physikprofessors und wuchs auf dem Stanford-Campus auf. Ihre Garage diente als erster Firmensitz von Google, 1999 wurde sie die erste Marketingmanagerin des Unternehmens. Dort entwickelte sie mit der Werbetechnologie den wichtigsten Umsatzbringer des Unternehmens. Seit Februar 2014 leitet sie das Google-Videoportal Youtube. Google-Gründer Sergey Brin war bis Juni 2015 mit ihrer Schwester Anne verheiratet.

Eric Schmidt
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Schmidt ist Sohn eines Ökonomen und arbeitete nach seinem Studium als Manager in der IT-Branche. 2001 warben ihn Page und Brin für Google ab. Fast zehn Jahre stand Schmidt an der Spitze des Konzerns und machte Google zu einem Börsengiganten. Von 2011 bis 2017 war er „Executive Chairman“, seitdem berät er die beiden Gründer weiter als Mitglied des Verwaltungsrats. Seine Aktienoptionen, die er während seiner Tätigkeit erhielt, machten auch ihn zum Milliardär. Zudem ist er Mitglied der Bilderberg-Gruppe.

Sundar Pichai
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Der Sohn eines GE-Ingenieurs wuchs in Indien auf und ging während seines Studiums in die USA. 2004 stieg er bei Google ein und war zunächst für Projekte wie den Browser Chrome, Gmail oder Google Maps verantwortlich. Später kam auch das mobile Betriebssystem Android hinzu. Seit der Neustrukturierung des Konzerns hat er den Chefposten bei Google Inc. inne, die das Kerngeschäft der Holding Alphabet ausmacht.

Ruth Porat
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Die Finanzexpertin kam im Mai 2015 zu Google. Zuvor war sie Finanzchefin der Investmentbank JP Morgan. Als Chief Financial Officer ist es ihre Aufgabe, bei den oft teuren Forschungsprojekten von Google auf die Kosten zu schauen.

Doch inzwischen gelingt es dem Konzern etwas besser, sich jenseits des Kerngeschäfts aufzustellen. Auch dieses Mal erlöst Mountain View zwar das Gros des Umsatzes mit der traditionellen Werbung (22,4 Milliarden Dollar). Im Vergleich zum Vorjahr stiegen jedoch die Umsätze der anderen Konzernbereiche, darunter Einnahmen aus App-Store, Cloud- und Hardware-Geschäft, um ganze 62 Prozent auf immerhin 3,4 Milliarden Dollar.

Neues Wachstum erhofft sich der Konzern vom Videoportal Youtube. Dort habe man bislang „nur die Oberfläche“ der Möglichkeiten gestreift, so Finanzchefin Ruth Porat.

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1 Kommentar zu "Google-Mutter: Alphabets Unabhängigkeitskampf"

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  • Wer Neues wagt, gewinnt.

    Jedenfalls immer dann, wenn Ideenbasis, Motivation und Umsetzungsstrategie stimmen

    Und seien es nur neue Erkenntnisse für zukünftige Experimente.

    Nur so kommen wir alle wirklich weiter.

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