Google Play Musik
„Wir wollen ein Teil eures Tagesablaufs werden“

Google will mit seinem Musikdienst den Nerv der Zuhörer treffen und schneidet die Songs auf Tageszeit und Beschäftigung zu. Und: Die Mehrzahl der Playlisten werden von Mitarbeitern - und nicht Robotern - bestückt.
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BerlinHarte Beats fürs Fitnessstudio und sanfte Klänge zum Einschlafen: Google will mit seinem Streamingdienst Play Music noch näher an den Alltag der Nutzer rücken und bietet ihnen dazu seit Mittwoch auch in Deutschland spezielle Playlists für verschiedene Situationen an. Diese tragen Namen wie „Heißer Tag im Büro“ oder „Putzen und Aufräumen“ und wurden von Musikjournalisten, DJs und anderen Experten zusammengestellt. Die Playlisten seien „gewissenhaft von Menschen statt Robotern“ zusammengestellt worden, betonte Produktmanager Elliott Breece.

Die neue Funktion ist für zahlende Abonnenten des Streamingdienstes Google Play Music verfügbar. Jede Titelliste ist nach Unternehmensangaben mehr als dreieinhalb Stunden lang und lässt sich nach Belieben verändern - so können etwa ungewollte Lieder aussortiert werden. Ähnliche Angebote mit sogenannten kuratierten Playlists gibt es von der Konkurrenz bereits, etwa vom kürzlich gestarteten Dienst Apple Music.

„Wir wollen ein Teil eures Tagesablaufs werden“, begründete der Play-Music-Chef die neue Funktion. Dazu gehöre auch, dass das System „vorhersieht, was Leute gerade machen, um ihnen die passende Musik zur Verfügung zu stellen“. Das Unternehmen nutze dabei Faktoren wie die Uhrzeit, den Wochentag und das gerade benutzte Gerät wie Smartphone oder Tablet. Zudem ist das System lernfähig: Wer mehrmals an Freitagnachmittagen im Fitnessstudio Techno hört, dem wird zu dieser Zeit eine passende Sport-Titelliste vorgeschlagen.

Dabei nutzt Google Daten, die ihm der Play-Music-Abonnent ohnehin schon zur Verfügung stellt, wie die Pressesprecherin von Google Deutschland, Lena Heuermann, sagte. Eine weitere Freigabe von Informationen werde nicht benötigt. Breece erklärte, auch Angaben aus anderen verwendeten Google-Diensten flössen ein, etwa aus der App Google Now, die als eine Art persönlicher Assistent funktioniert.

Der Play-Music-Chef betonte, es gehe dem Dienst immer darum, was der Nutzer selbst von sich preisgeben wolle. Er zeigte sich zugleich überzeugt, dass viele User eher mehr als weniger Informationen zur Verfügung stellen wollten, weil das die Nutzung verbessere. „Wir wollen sehr transparent für die Nutzer vorgehen“, sagte Breece. Insgesamt habe „Google Play Musik“ hunderte Playlisten für unterschiedliche Situationen im Angebot. Es gehe schließlich um „ein ganzheitliches Google-Erlebnis“.

Google bietet die Spezial-Playlisten schon in den USA und Kanada, Großbritannien und Irland sowie in Brasilien und Australien an. Langfristig soll die Funktion auf alle Länder, in denen Google Play Music verfügbar ist, ausgeweitet werden. Den Streamingdienst, der hierzulande 9,99 Euro im Monat kostet, gibt es derzeit in 59 Ländern.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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