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15.04.2007 

Die Investmentbank Merrill Lynch warnte kürzlich in einer Analyse, der Preis von zwei Mrd. Dollar, den Microsoft offenbar bereit war zu zahlen, sei zu hoch, da er mehr als das Dreißigfache des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) darstelle. Für Online-Firmen sei ein Faktor 20 bis 25 üblich.

Die meisten Experten bezeichneten den Kaufpreis denn auch als sehr hoch, bewerten den Schritt aber dennoch als strategisch richtig für Google. „Ich denke, es war unglaublich clever von Google“, sagte Bill Gossman, Chef der Online-Firma Revenue Science. Tom Chavez, Chef der Softwarefirma Rapt, sagte, Google erhalte durch den Zukauf wertvolle Informationen über die Wirkung von Anzeigen im Internet. So verfügt die Werbefirma über eine ausgefeilte Technologie, die nicht nur die Platzierung der Anzeige, sondern auch die Kontrolle ihrer Wirksamkeit ermöglicht. „Wer die Daten kontrolliert, hat einen Vorsprung“, sagte Chavez der Zeitung „San José Mercury News“. Die Internetnutzer müssen sich darauf einstellen, dass sie demnächst noch gezielter mit Werbebotschaften im Internet überschüttet werden.

Andere Experten sehen allerdings die Gefahr, dass die wachsende Marktmacht von Google die Werbekundschaft verschrecken könnte. So arbeitet Doubleclick als Plattform für zahlreiche Werbefirmen, die Anzeigen im Internet unterbringen wollen und damit in Konkurrenz zu Google stehen. Hinzu kommt, dass Google derzeit versucht, seine Werbeplattform auch für Druckerzeugnisse, Radio- und TV-Sender zu öffnen. Dadurch wird der Konzern zum Konkurrenten seiner Geschäftspartner. Doubleclick-Chef David Rosenberg versicherte deshalb: „Wir werden wie die Schweiz unsere neutrale Rolle gegenüber den Werbekunden bewahren.“


Werbung geht online

Hohes Wachstum: Der Markt für Online-Werbung hatte 2006 ein Volumen von fast 29 Mrd. Dollar weltweit - ein Plus von über 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bis zum Jahr 2009 rechnen Experten mit einem Volumen von 41 Mrd. Dollar.

TV liegt vorne: Der Marktanteil von Online-Werbung wird in diesem Jahr bei rund sieben Prozent liegen. Fernsehen (28 Prozent) und Zeitungen (28 Prozent) sind immer noch mit Abstand vorne.

Keine Streuverluste: Für die Werbetreibenden ist Online-Werbung deshalb so interessant, weil die Streuverluste viel geringer sind.

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