Google Straßenatlas
Hohe Zahl von Einsprüchen gegen Street View

Die Zahl der Widersprüche gegen den Google - Straßenatlas Street View liegt mit mehr als 244 000 nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums im Rahmen der Erwartungen. "Es handelt sich um eine hohe Zahl", betonte das Ministerium am Donnerstag.
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HB BERLIN. Google verweist darauf, dass die Widersprüche von weniger als drei Prozent der Haushalte in den 20 Städten gekommen seien, für die Street View bis Ende des Jahres starten soll.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hatte wiederholt kritisiert, Google verletze mit Street View die Privatsphäre. Umfragen erweckten in den vergangenen Monaten den Eindruck, die Widerspruchsquote könnte deutlich höher liegen.

"Es kommt nun darauf an, dass Google sämtliche Widersprüche zuverlässig umsetzt und die betroffenen Häuser und Grundstücke vor der Freischaltung im Internet unkenntlich macht", hieß es in der Erklärung des Ministeriums. Google arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck daran.

Der für Google zuständige Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hält die Zahl von mehr als 244 000 Widersprüchen gegen den Straßenatlas Street View für bemerkenswert hoch. Die Zahl der Einsprüche werde von Google kleingeredet, sagte Caspar der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag.

"Ich bin nicht davon ausgegangen, dass es doch so viele sind", sagte Caspar zur Zahl der Widersprüche. Wenn man die Quote der Einsprüche in den 20 Städten bundesweit hochrechne, "sind wir deutlich im siebenstelligen Bereich von über einer Million." Caspar ist als Hamburgischer Datenschutzbeauftragter für Google zuständig, da das US-Unternehmen den Deutschland-Sitz in der Hansestadt hat.

Zunächst sei mit den 20 Städten ja nur ein geringer Teil der Haushalte betroffen gewesen, argumentierte Caspar. Es bleibe abzuwarten, wie sich die verbleibenden 32 Millionen Haushalte verhielten. "Und da ist auch die kritische Masse." Google selbst verwies bei der Berechnung der Drei-Prozent-Quote auf statistische Angaben, wonach es in den 20 Städten insgesamt rund 8,46 Millionen Haushalte gibt.

Die 244 237 Widersprüche zeugten von einer besonderen Sensibilität der Bevölkerung in Sachen Datenschutz, betonte Caspar. "Das zeigt, dass sehr viele Menschen die Mühe auf sich genommen haben, dieses Verfahren zu bestreiten." Es habe schließlich erfordert, die persönlichen Daten an Google selbst weiterzugeben. Hier sollten wir künftig eine andere Verfahrensgestaltung haben", etwa das in die Diskussion gebrachte Widerspruchsregister.

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