Google-Werbepartner
Youtube-Verkauf verärgert News Corp.

Der Google-Werbepartner News Corp. ist offensichtlich verstimmt über den jüngsten Zukauf des Suchmaschinenbetreibers. Google hatte die Video-Webseite Youtube für 1,65 Mrd. Dollar übernommen. Das Wall Street Journal berichtet mit Bezug auf informierte Kreise, dass News Corp. selber wiederholt mit Kaufanfragen bei Youtube gescheitert war und praktisch aus der Zeitung von der Übernahme erfahren hat. Die Auseinandersetzung wirft ein Schlaglicht auf die neue Positionierung von Google.

pos DÜSSELDORF. Das Medienunternehmen hatte mit Google kürzlich ein fast eine Mrd. Dollar schweres Werbebündnis für die News-Corp.-Plattform Myspace geschlossen. Videowerbung ist in diesem Bündnis nicht enthalten.

Laut US-Medienberichten überlegte News Corp. zeitweilig, die Verbindungen zwischen der eigenen Webseite Myspace.com und Youtube zu kappen. Das wäre ein harter Schlag gewesen, denn Youtube soll bis zu 20 Prozent seiner Aufrufe über Myspace erhalten. Viele Myspace-Nutzer integrieren Videos von Youtube in ihre Homepages. Klickt ein Surfer auf dieses Video, landet er direkt bei Youtube.

Manager von News Corp und Google sollen sich Kreisen zufolge noch diese Woche in Los Angeles treffen, um Unstimmigkeiten zu beseitigen und über eine Ausweitung der Kooperation zu reden. Auch die Top-Manager Eric Schmidt, CEO von Google, und Rupert Murdoch, President von News Corp., sollen anwesend sein. News Corp und Google wollten die Meldungen nicht kommentieren.

Die Auseinandersetzung mit dem Medienunternehmen News Corp. wirft ein Schlaglicht auf die neue Positionierung der einst reinrassigen Internet-Suchmaschine Google. Neben der Kernfunktion Web-Suche konzentriert sich Google auf die Bereiche Medien-Aggregation und speziell Videowerbung. „Google wird in fünf Jahren einem Medienunternehmen weit ähnlicher sehen als heute“, sagt Thomas Künstner, Partner bei der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton in Düsseldorf. „Google ist auf gutem Weg, der stärkste Aggregator von Medieninhalten in der New Economy zu werden“, sagt Künstner. Die Bündelung von Inhalten sei Googles starke Seite. Insofern sieht Künstner auch den Kauf von Youtube als konsequent im Sinne der Kernkompetenz. Booz Allen Hamilton USA unterhält Geschäftsbeziehungen zu Google, Booz Allen Deutschland nicht.

„Online-Videowerbung ist auch in Deutschland massiv im Ausbau begriffen“, sagt Matthias Wahl vom Online-Vermarkter AdLink Internet Media. Noch laufe das Geschäft allerdings auf niedrigem Niveau, sagt er, die Attraktivität „wachse aber deutlich“. Adlink gehört zum Web-Konzern 1&1 in Montabaur. Die Marktforscher von Emarketer erwarten, dass in den USA die Ausgaben für Videowerbung im Internet von jetzt rund 380 Mill. Dollar auf über eine Mrd. Dollar im Jahr 2009 ansteigen.

Seite 1:

Youtube-Verkauf verärgert News Corp.

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%