Google zurück in China
Konzern steckt Millionen in Startup Mobvoi

Vor fünf Jahren hat Google einen spektakulären Ausstieg aus dem chinesischen Markt hingelegt. Nun investiert der Internet-Riese wieder in den größten Mobilfunkmarkt der Welt und steckt Millionen in das Startup Mobvoi.

HongkongDer kalifornische Suchmaschinenkonzern Google investiert fünf Jahre nach seinem spektakulären Marktausstieg wieder direkt in China. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg steckt Google mehrere Millionen in das auf künstliche Intelligenz spezialisierte Start-up Mobvoi.

Zuvor hatte der Konzern diese sprachgesteuerte Suchmaschine in die eigene Smartwatch „Moto 360“ integriert. In China ersetzt Mobvoi damit eine Google-Eigenentwicklung, die von der Zensur im Land blockiert wird.

Seinen Abschied aus dem chinesischen Markt hatte Google im Jahr 2010 ebenfalls mit der Zensur begründet. Der strategische Schritt der Marktrückkehr zeigt, wie wichtig der größte Mobilfunkmarkt der Welt auch für den Konzern mit Sitz im US-amerikanischen Mountain View ist.

2014 hatte sich bereits eine Investmenttochter des Konzerns namens Google Capital bei einem Unternehmen namens InnoLight Technology aus Suzhou beteiligt. Dabei geht es um Hardware für Hochgeschwindigkeits-Datenübertragungen. Mobvoi heiße Google als Investor willkommen, denn beide Unternehmen teilten eine längerfristige Perspektive auf Technologien, hieß es in einer Mitteilung von Mobvoi unter Berufung auf den Mitgründer Li Zhifei, einem früheren Google-Mitarbeiter.

Die genaue Investmentsumme ging aus der Mitteilung nicht hervor. Mobvoi, dessen Suchmaschine in China unter dem Namen Chumenwenwen bekannt ist, hatte nach Angaben des Konzerns insgesamt 75 Millionen Dollar als Investition erhalten, unter anderem von Sequoia Capital und ZhenFund. Die Einigung mit Google bewerte das Unternehmen mit etwa 300 Millionen Dollar, wie zwei mit den Vorgängen vertraute Personen nur unter Zusicherung ihrer Anonymität sagten.

Google hatte das chinesische Festland 2010 verlassen und das mit der Ablehnung von Selbstzensur begründet. Damals wurde die lokale Google-Suchseite gesperrt und auf jene in Hongkong verlinkt. Internetfirmen aus den USA, darunter „LinkedIn“, müssen bis heute in China lokale Inhalte zensieren.

In China sind Dienstleistungen von Google wie „Gmail“, die Suchmaschine und das Videoportal „YouTube“ nicht abrufbar, während das konzerneigene Betriebssystem für Smartphones und Tabloid-Computer Android auf der Mehrzahl chinesischer Mobilgeräte läuft. Google überlege laut Informationen eines Blogs daher, einen App-Store für Kunden in China zu eröffnen.

Mobvoi wurde von ehemaligen Google-Mitarbeitern aus den Bereichen Maschinenübersetzung und Spracherkennung gegründet worden. Die Investition von Google solle nun für die Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz und des autonomen Fahrens eingesetzt werden. Zudem sollen weitere Stellen geschaffen werden.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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