Googles Quartalsbilanz
„Diese Jungs machen einfach alles platt“

Google verdient sich an Werbung eine goldene Nase. Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht. Im dritten Quartal hat der Suchmaschinen-Primus abermals alle Analystenprognosen übertroffen. Selbst die kritischen Stimmen zum milliardenteuren Kauf des Videoportals Youtube sind verstummt – aus gutem Grund.

je MOUNTAIN VIEW. Googles Reingewinn hat sich im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr auf 733,4 Mill. Dollar fast verdoppelt; die Bruttoerlöse einschließlich der Provisionen, die andere Websites für Google-Werbung bekommen, legten um 70 Prozent auf 2,69 Mrd. Dollar zu. An Provisionen, so genannte Traffic Acquisition Cost, zahlte Google 825 Mill. Dollar oder 31 Prozent der gesamten Werbeeinahmen. Der Anteil an Erlösen aus dem Ausland am Gesamtumsatz nahm im dritten Quartal von 42 auf 44 Prozent zu. Die Zahlen vermeldete das Unternehmen am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss.

Googles Reingewinn von 2,62 Dollar pro Aktie lag deutlich über den Erwartungen der Analysten von durchschnittlich 2,42 Dollar und der Nettoumsatz von 1,87 Mrd. Dollar übertraf ebenfalls die Prognosen von 1,81 Mrd. Dollar. Am Ende des Quartals hatte Google 10,4 Mrd. Dollar in der Kasse. In einer Presseerklärung zu den Ergebnissen hieß es, dass auch in diesem Jahr die Investitionen bedeutend stärker wachsen werden als der Umsatz.

„Diese Jungs machen einfach alles platt“, sagte Tim Boyd, Analyst bei Caris & Co. Entscheidend sei, was Google nun mit Youtube vorhabe und wann mit einem Ergebnisbeitrag zu rechnen sei. Google hatte erst in der vergangenen Woche das Online-Videoportal für 1,65 Mrd. Dollar gekauft – das ist die mit Abstand größte Übernahme in der Firmengeschichte. „Bei Google geht es mit Vollgas weiter“, kommentierte Analyst Martin Pyykkonen von Global Crown Capital die jüngsten Zahlen. Google hänge Yahoo offenbar immer weiter ab. Der Konkurrent hatte am Dienstag seine Zwischenbilanz vorgelegt, die enttäuschend ausfiel. Der Quartalsgewinn war um 37 Propzent geschrumpft.

Entwarnung bei Youtube

Warnungen, dass Google mit der Übernahme des Videoportals Youtube ein urheberrechtliches Minenfeld betritt, haben kaum noch Gewicht. Zum einen schloss Youtube bereits eine Reihe von Lizenzabkommen mit führenden Musikverlagen und dem TV-Sender CBS; zum anderen hat Google Geschäftsbeziehungen zu Medienkonzernen wie News Corp. und Viacom, die bei einer gütlichen Einigung in Streitfällen helfen dürfte. Als weitere gute Nachricht für Google konsolidierte der zuständige Richter in San Francisco jetzt zwei Sammelklagen von Buchverlagen und Autoren, die verhindern wollen, dass man mit Google urheberrechtlich geschützte Texte aufrufen kann. Eine Entscheidung des Gerichtes wird frühestens im Frühjahr 2008 erwartet.

Bereits im regulären Handel hatte die nicht gerade billige Google-Aktie auf fast 430 Dollar zugelegt. Nachbörslich stieg sie um mehr als 6 Prozent auf mehr als 450 Dollar. Einige Analysten malten bereits die magische Zahl 500 an die Wand.

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