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25.04.2008 
Zeitungskrise in Deutschland

Gratisblatt der Post bedroht deutsche Branche

von Hans-Peter Siebenhaar

Egal ob Lokalblatt, überregionale Zeitung oder Sonntagszeitung - die Auflagen gehen zurück. Der "existenzgefährende Wettbewerb" mit Internetangeboten und Gratisblättern treibt längst nicht nur Verlegern, sondern auch Politikern Sorgenfalten ins Gesicht. Sie befürchten einen Verlust an demokratischer Kultur.

Die Auflagen der Zeitungen in Deutschland gehen seit Jahren zurück. Foto: dpaLupe

Die Auflagen der Zeitungen in Deutschland gehen seit Jahren zurück. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Es gibt auch noch gute Nachrichten für die Krisen geschüttelten Zeitungsverlage. Medienminister Bernd Neumann macht Front gegen die Pläne der Deutschen Post, eine eigene Gratiszeitung zu starten. "Aus meiner Sicht wäre ein solches Vorhaben medien- und wirtschaftspolitisch höchst bedenklich. Deshalb möchte ich Sie bitten, diesem Vorhaben in geeigneter Weise entgegenzuwirken", schrieb Neumann an Post-Aufsichtsratschef Jürgen Weber.

Für die Zeitungsverlage kommt die Offensive der Post zu einer Unzeit. Denn die Auflagen der Zeitungen in Deutschland sinken seit Jahren immer weiter.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Die deutschen Verlage haben nach Angaben der Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG) in Frankfurt im ersten Quartal dieses Jahres mit 25,9 Millionen Exemplaren rund 1,85 Prozent weniger Zeitungen verkauft als im Vorjahrzeitraum. 2001 hatten die Verlage im ersten Quartal noch 30,11 Millionen Exemplare verkauft. Sowohl im weit verbreitenden Abonnement als auch am Kiosk sind die Verkäufe rückläufig. In den ersten drei Monaten 2008 gingen die Auflagen im Abonnement um 1,52 Prozent auf 17,12 Millionen Exemplare zurück. Am Kiosk fiel der Rückgang des Einzelverkaufs mit 4,63 Prozent noch dramatischer aus.

Egal ob Lokalblatt, überregionale Zeitung oder Sonntagszeitung - die Auflagen gehen zurück. Das ist die bittere Lehre nicht erst aus den ersten drei Monaten diesen Jahres. Die schlechten Zahlen treiben längst nicht nur Verlegern, sondern auch Politikern Sorgenfalten ins Gesicht. Medienminister Neumann spricht von einem "existenzgefährenden Wettbewerb" mit Internetangeboten. Sinkende Reichweiten und Verlust bei den Werbeeinnahmen, so fürchtet der Politiker, hätten dramatische Folgen für Deutschland. "Dies bedroht die Pressevielfalt in Deutschland und ist umso bedenklicher, als Printmedien nach wie vor politische Leitmedien und deshalb für den demokratische Kultur in unserem Land unverzichtbar sind."

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