Gratiszeitung eingestellt
Britische Zeitungsholding Mecom rutscht in die roten Zahlen

Der britische Verleger David Montgomery hat beim Aufbau seiner europäischen Zeitungsgruppe Hürden zu überwinden. Die Schließung eines dänischen Titels verhagelte die Halbjahreszahlen seiner Holding Mecom Group. Aufgrund des stark gestiegenen Nettoverlustes rutschte die Aktie des Unternehmens gestern an der Londoner Börse vorübergehend zwölf Prozent ab.

dih LONDON. In den Niederlanden stellt sich der britische Großaktionär Governance for Owners gegen die Übernahme der Zeitungsgruppe Koninklijke Wegener durch Mecom.

Bei einem Umsatz von 416 Mill. Pfund (611 Mill. Euro) blieb unter dem Strich ein Nettoverlust von 17 Mill. Pfund. Darin enthalten sind außerordentliche Belastungen von 27 Mill. Pfund, vor allem aus der Schließung der dänischen Gratiszeitung „Dato“. Analysten zeigten sich von den Problemen in Dänemark überrascht. Montgomery sprach hingegen von einer erwartungsgemäßen Entwicklung der Gruppe. Er will die operative Gewinnmarge von zehn Prozent im Halbjahr auf 15 Prozent im Gesamtjahr 2008 steigern.

Um das zu erreichen, will er die Kosten senken und neue Umsatzquellen erschließen. Der volle Nutzen der Integration werde sich erst ab 2008 zeigen, sagte er. 570 Stellen bei den gekauften Verlagen hat er bereits gestrichen.

Der erfahrene Medienmanager hat mit Unterstützung institutioneller Investoren eine börsennotierte Holding ins Leben gegründet, um europäische Regionalzeitungen aufzukaufen. Er will die Konsolidierung der Branche vorantreiben und so überdurchschnittliche Renditen erzielen. 2005 machte er mit dem Einstieg beim Berliner Verlag („Berliner Zeitung“) den Anfang. Im April übernahm er ihn voll.

Inzwischen gehören Mecom rund 300 Titel in Deutschland, den Niederlanden, Polen, der Ukraine, Norwegen und Dänemark. Montgomery sagt, sein Interesse auf weitere Zukäufe konzentriere sich derzeit auf Deutschland, Nordfrankreich und Polen. Unter anderem wurde ihm Interesse an der „Sächsischen Zeitung“ und der „Süddeutschen Zeitung“ nachgesagt. Doch die Integration von Wegener stehe im Vordergrund.

Vor der Integration steht jedoch die komplette Übernahme, und die hakt unerwartet. Mecom hat mit Zustimmung der Wegener-Führung knapp 35 Prozent der Aktien der Gruppe erworben und ein Angebot für den Rest abgegeben, der das Unternehmen mit gut 800 Mill. Euro bewertet. Das ist jedoch dem 13-Prozent-Aktionär Governance for Owners zu wenig. Mecom versuche, Wegener deutlich unter Wert zu übernehmen, sagt der Chef des Fonds, Peter Butler. Außerdem sei er nicht überzeugt, dass Mecom der richtige Partner sei. Montgomery lehnte eine Erhöhung des Angebot ab.

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