Größter spanischer Telekomkonzern will laut Zeitungsbericht etwa 20 Milliarden Euro bieten
Telefónica interessiert sich für KPN

Der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica ist offenbar an seinem niederländischen Konkurrenten KPN interessiert. Auch Marktexperten halten die Operation trotz der Dementis für wahrscheinlich.

scm/lou HB MADRID/DÜSSELDORF. Der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica ist offenbar an seinem niederländischen Konkurrenten KPN interessiert. Beide Unternehmen dementierten zwar gestern einen Bericht des amerikanischen „Wall Street Journals“, wonach Telefónica den Niederländern in Vorgesprächen einen möglichen Kaufpreis von 20 Mrd. Euro signalisiert habe. Die Börse reagierte dennoch: Der Aktienkurs von KPN stieg gestern zeitweilig um über sechs Prozent. Der Telefónica-Kurs bewegte sich dagegen kaum.

Auch Marktexperten halten die Operation trotz der Dementis für wahrscheinlich. „Sie hat vor fünf Jahren Sinn gehabt, als Telefónica schon mal einen Übernahmeversuch bei den Holländern gestartet hat, und sie hat heute immer noch Sinn“, sagt Julián de Cabo, ehemaliger Chef von Telefónicas Internetgeschäft in Spanien und heute Dozent an der Madrider Business-School Instituto de Empresa.

Im Jahr 2000 scheiterte der Vorstoß des damaligen Telefónica-Chefs Juan Villalonga in letzter Minute am Widerstand der spanischen Regierung: Madrid wollte nicht, dass die niederländische Regierung über ihre 20-prozentige Beteiligung an KPN Einfluss auf das fusionierte Unternehmen ausüben könnte.

Dieses Problem besteht nach wie vor. Gleichzeitig wächst jedoch für die Telekommunikationsunternehmen die Notwendigkeit, sich durch Übernahmen in eine gute Stellung auf dem europäischen Markt zu bringen.

Nachdem die Telekomanbieter in den vergangenen Jahren ihre Schuldenberge abgebaut haben, kann die Branche jetzt wieder an Zukäufe denken. So übernahm France Télécom im Juli die Mehrheit am spanischen Mobilfunker Amena, und die Deutsche Telekom verleibte sich den österreichischen Mobilfunknetzbetreiber Telering ein. Der Telekom wird zudem ein starkes Interesse an dem britischen Mobilfunkbetreiber O2 nachgesagt, was der Bonner Konzern allerdings bisher von sich weist.

Finanziell könnte Telefónica den Kauf nach Ansicht von Analysten gut schultern. Bar können die Spanier zwar kaum bezahlen – sie verfügten im ersten Halbjahr über einen Barmittelüberschuss (Free Cash Flow) von 2,6 Mrd. Euro. Mit einer Marktkapitalisierung von 67 Mrd. Euro dürfte eine Übernahme aber kein Problem sein.

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