Großaktionär: Icahn bekommt Anteilslimit für Dell

Großaktionär
Icahn bekommt Anteilslimit für Dell

Der US-Computerbauer Dell hat sich mit Investor und Milliardär Carl Icahn geeinigt. Er und seine direkten Mitstreiter dürfen nicht mehr als ein Zehntel der Anteile kaufen. Für Firmengründer Dell ist es ein Teilerfolg.
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Round Rock/Bangalore/New YorkIm Übernahmekampf um den US-Computerbauer Dell hat Konzerngründer Michael Dell einen Teilerfolg geschafft. Er einigte sich mit Großaktionär Carl Icahn darauf, dass dieser nicht mehr als ein Zehntel der gesamten Anteile halten darf.

Zudem habe der umtriebige Investor zugesichert, mit weiteren Verbündeten maximal auf einen Anteil von 15 Prozent zu kommen, teilte Dell am Dienstag mit. Icahn sperrt sich gegen die Pläne von Michael Dell, zusammen mit einem Finanzinvestor das kriselnde Unternehmen von der Börse zu nehmen und abseits des Kapitalmarkts zu sanieren.

Derzeit buhlen drei Lager um den Konzern. Einerseits will Michael Dell zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft Silver Lake das Unternehmen für 24,4 Milliarden Dollar kaufen, um es dann ohne Druck der Börse wieder fit für die Zukunft zu machen. Zudem haben der Finanzinvestor Blackstone und Icahn jeweils ihren Hut in den Ring geworfen. Die beiden Dell-Konkurrenten loten zudem aus, wie sie womöglich gemeinsam vorgehen könnten. Icahn hält Konzernanteile im Wert von einer Milliarde Dollar.

Michael Dell versucht sein Lebenswerk zu retten, denn der Konzern und einstige Branchenprimus hinkt derzeit bei Innovationen hinterher. Dell hatte das Unternehmen mit 19 Jahren und einem Kapital von nur 1000 Dollar gegründet. Noch Anfang des Jahrtausends stand Dell für Erneuerung in der Computer-Branche. Mit seinem Online-Vertriebsmodell für maßgeschneiderte PCs, die dank enger Zusammenarbeit mit Zulieferern aus Asien zu Tiefstpreisen angeboten wurden, wurde das Unternehmen zu einem Vorreiter in diesem Bereich.

Weil das klassische PC-Geschäft in Zeiten des Tablet- und Smartphone-Booms aber immer stärker schrumpft, soll nun der Servicebereich gestärkt werden. Diesen Weg ist der ehemalige Rivale IBM noch entschlossener gegangen. IBM verkaufte das Computergeschäft an den chinesischen Konkurrenten Lenovo und mutierte zum IT-Dienstleistungsriesen.

Doch Michael Dells Übernahmevorhaben geriet unter Beschuss einflussreicher Großaktionäre wie Southeastern Asset Management und T. Rowe Price. Sie halten Dells Angebot von 24,4 Milliarden Dollar für zu niedrig und haben andere Aktionäre zur Ablehnung aufgefordert. Dies rief auch Milliardär Icahn, der kürzlich in größerem Stil bei Dell eingestiegen ist, sowie Blackstone auf den Plan. Beide Investoren wollen einen Teil der Dell-Aktien an der Börse lassen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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