Großaktionär mit Rücknahme-Antrag
Mobilcom und Freenet sollen fusionieren

Während die Aktionäre des Mobilfunkdienstleisters Mobilcom am 23. August über die Verschmelzung mit der Internet-Tochter Freenet.de abstimmen sollen strebt der US-Finanzinvestor Texas Capital Group (TPG) auf der außerordentlichen Hauptversammlung eine Rücknahme des Mobilcom-Aktionärsbeschlusses an, den ehemaligen Großaktionär France Telecom auf Schadensersatz zu verklagen.

HB FRANKFURT. Die neue Gesellschaft aus Mobilcon und Freenet soll Telunico Holding AG heißen und ihren Sitz im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf haben, geht aus der Einladung zum Aktionärstreffen hervor. Jeder Freenet-Aktionär soll laut Verschmelzungsvertrag für eine Aktie 1,15 Papiere der neuen Gesellschaft erhalten, für jeden Mobilcom-Anteilsschein gibt es eine Aktie.

Der zum 31. August ausscheidende Mobilcom-Chef Thorsten Grenz, der die Verschmelzung der Unternehmen vorangetrieben hatte, soll gemäß Verschmelzungsvertrag eine Zahlung von insgesamt 2,45 Mill. € erhalten. Darin enthalten sind zwei Mill. € Abfindung. Zudem erhält Grenz 330 000 € für die Vereinbarung eines nachvertraglichen Wettbewerbsverbots bis zum 30. Juni 2006 und weitere 120 000 € für Beratungsleistungen bis zu diesem Zeitpunkt.

Vorstandschef der neuen Gesellschaft soll Freenet-Chef Eckhard Spoerr werden. Bereits ab dem 1. September übernimmt er neben seiner Chefposition bei der Internet-Tochter auch den Vorstandsvorsitz bei Mobilcom, die 50,4 % an Freenet hält. Grenz hatte neben strategischen auch steuerliche Gründe für die Verschmelzung angeführt. Hohe Verlustvorträge können noch in diesem Jahr für Freenet genutzt werden, wenn die Fusion rechtzeitig unter Dach und Fach gebracht wird.

Die Aktionäre müssen auf der Hauptversammlung auch über einen Antrag des neuen Mobilcom-Großaktionärs TPG abstimmen. TPG beantragte, den Beschluss der Hauptversammlung vom April, France Telecom auf Schadensersatz zu verklagen, zu widerrufen. Vorstand und Aufsichtsrat von Mobilcom folgen dem Antrag und begründen dies unter anderem damit, dass sich durch den Eintritt des neuen Großaktionärs die Stimmrechtsverhältnisse seit der vergangenen Hauptversammlung maßgeblich geändert hätten. Zudem sollten Rechtsunsicherheiten beseitigt werden.

France Telecom hatte Anfang Mai den Großteil ihrer Mobilcom-Beteiligung von 27,3 % an TPG verkauft und hält nur noch rund ein Prozent. Als Betroffene hatte die Gesellschaft auf der Hauptversammlung im April kein Stimmrecht.

Gegen den Willen von Vorstand und Aufsichtsrat hatten die Aktionäre des zweitgrößten deutschen Mobilfunkdienstleisters beschlossen, wegen des Bruchs von Gesellschaftervereinbarungen 3,7 Mrd. € Schadensersatz von France Telecom zu verlangen. Der französische Konzern hatte sich aus dem gemeinsamen UMTS-Projekt zurückgezogen. France Telecom hatte beim Landgericht Flensburg Anfechtungsklage gegen den Aktionärsbeschluss eingereicht.

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