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16.05.2008 
Icahn will Microsoft-Übernahme

Großaktionäre sagen Yahoo-Management Kampf an

von Jens Eckhardt

Das Tauziehen um den Internet-Konzern Yahoo geht in eine neue Runde. Der Yahoo-Großaktionär Carl Icahn hat einen Machtkampf mit der Yahoo-Führung gestartet und will sie doch noch zur Übernahme durch den Software-Konzern Microsoft zwingen. Am Donnerstagabend schloss sich ein zweiter Großaktionär der Kampfansage an die Yahoo-Geschäftsführung an.

Startet einen Machtkampf mit der Yahoo-Spitze: Investor Carl Icahn. Foto: ReutersLupe

Startet einen Machtkampf mit der Yahoo-Spitze: Investor Carl Icahn. Foto: Reuters

PORTLAND. Der New Yorker Milliardär und Firmenjäger Carl Icahn hat im großem Stil Aktien des Internetportals Yahoo erworben. Er wird auf der kommenden Hauptversammlung zehn eigene Kandidaten für die komplette Ablösung des derzeitigen Yahoo-Verwaltungsrates nominieren. Damit will er das Management des Portals, geführt von Jerry Yang, zurück an den Verhandlungstisch mit Microsoft zwingen. Der Softwarekonzern hat wegen Yangs Widerstand unlängst seinen Versuch aufgegeben, Yahoo für 33 Dollar pro Aktie oder insgesamt 47,5 Mrd. Dollar zu übernehmen. Der Yahoo-Kurs brach daraufhin tief ein, was für tiefe Verärgerung unter den Yahoo-Eignern sorgte.

In einem Brief an den Yahoo-Verwaltungsratsvorsitzenden Roy Bostock schreibt Icahn, das Gremium habe "irrational gehandelt und das Vertrauen der Aktionäre verloren". Es sei offensichtlich, dass das Microsoft-Angebot von 33 Dollar pro Aktie besser sei als die weitere Selbständigkeit des Portals. Er glaube, dass die Verbindung von Microsoft und Yahoo einen dynamischeren und aussichtsreicheren Wettbewerber gegen Google schaffen würde, und es sei "unerhört", dass das Yahoo-Management das Angebot nicht den Aktionären zur Abstimmung vorgelegt habe.

Wie verlautet, hat Icahn in den vergangenen zehn Tagen etwa 5,9 Mill. Yahoo-Anteile für über 1,5 Mrd. Dollar erworben. In einer Eingabe bei der Wettbewerbsaufsicht Federal Trade Commission beantragte er kartellrechtlich Grünes Licht für den Erwerb von Aktien im Gesamtwert von 2,5 Mrd. Dollar. Icahn hat bereits einen festen Verbündeten: Die US-Beteiligungsgesellschaft Paulson & Co. erklärte am Donnerstagabend, sie unterstütze Icahns Gegenkandidaten. Unternehmenschef John Paulson hat der Finanzmarktaufsicht SEC zufolge in den vergangenen Monaten 50 Mill. Yahoo-Aktien zusammengekauft. Das entspricht grob 3,4 Prozent.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Icahn veröffentlicht eigene Kandidatenliste

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