Große Verluste
Smartphones sollen es für Sony rausreißen

Sony hat im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als 900 Millionen Euro Verlust gemacht. Konzernchef Hirai will noch einmal eine Milliarde Euro in den Umbau stecken. Dabei setzt er besonders auf das Geschäft mit Smartphones.
  • 0

TokioDer japanische Elektronikkonzern Sony kommt nicht aus den roten Zahlen. Nach einem Nettoverlust von umgerechnet 916 Millionen Euro (130 Milliarden Yen) im abgelaufenen Geschäftsjahr, rechnen die Japaner auch in diesem Jahr mit einem Minus von 357 Millionen Euro.

Sony-Chef Kazuo Hirai will deshalb fast eine Milliarde Euro in den Umbau des Konzerns stecken. „Dieses Mal ist der Unterschied, dass wir ganze Geschäftsfelder komplett aufgeben“, kündigte Finanzchef Kenichiro Yoshida am Mittwoch an. Sony hatte bereits mitgeteilt, sich von der verlustbringenden PC-Sparte zu trennen.

Vor allem der Verkauf von Smartphones soll dagegen kräftig angekurbelt werden. Sony will in dem bis März 2015 laufenden Geschäftsjahr 50 Millionen Smartphones verkaufen. Das sind fast elf Millionen mehr als im Vorjahr. Das Geschäft mit Spielekonsolen werde dagegen voraussichtlich schwächer ausfallen.

Beim operativen Gewinn peilt Sony nach knapp 190 Millionen Euro in diesem Jahr fast eine Milliarde Euro an. Weil der Konzern seine Erwartungen im vergangenen Jahr gleich mehrmals zurückschrauben musste, waren bereits Zweifel an Hirais Sanierungsplan laut geworden. Bedenken wurden vor allem laut, ob der vor gut zwei Jahren angetretene Firmenchef die angeschlagene Elektroniksparte wieder flottmachen und in die Gewinnzone zurückbringen kann. Erst am Dienstag hatte der Sony-Vorstand angekündigt, wegen der anhaltenden Verluste zum dritten Mal in Folge auf Bonus-Zahlungen zu verzichten.

Immerhin sorgten die erfolgreiche Spielekonsole Playstation 4, die hohe Nachfrage nach Smartphones und der schwache Yen im vergangenen Geschäftsjahr für ein Umsatzplus von 14,3 Prozent auf umgerechnet 57,5 Milliarden Euro. Seit der Markteinführung der Playstation 4 Mitte November wurden mehr als sieben Millionen Exemplare verkauft.

Sony, einst weltweiter König der Unterhaltungselektronik, schreibt seit Jahren rote Zahlen. Die Ratingagentur Moody's stuft die Kreditwürdigkeit des Unternehmens aktuell auf Ramsch-Niveau ein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Große Verluste: Smartphones sollen es für Sony rausreißen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%