Großteil offenbar in Europa
AOL baut massiv Stellen ab

Der Internet-Konzern AOL will rund 5000 seiner weltweit insgesamt 19 000 Stellen streichen. Zum Großteil sollen die Tochtergesellschaften in Europa betroffen sein. Der Jobabbau werde innerhalb der nächsten sechs Monate erfolgen.

HB NEW YORK. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Kreisen zufolge soll hauptsächlich in Europa eingespart werden. 3000 Mitarbeiter des Unternehmens würden voraussichtlich nicht länger als sechs Monate beschäftigt sein. Bei AOL Deutschland war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Das Unternehmen beschäftigt hier insgesamt 1500 Menschen. Standorte sind in Hamburg, Duisburg und Saarbrücken.

Die Aktien der AOL-Mutter Time Warner lagen nach Bekanntwerden der Nachricht 0,6 Prozent im Minus bei 16,57 Dollar. Am Mittwoch hatte AOL erklärt, dass der Verkauf seines Internet-Zugangsgeschäfts in Europa auf gutem Wege sei. Das Unternehmen sei zuversichtlich, dass der Verkauf bis Herbst über die Bühne sei.

Für das Internet-Zugangsgeschäft von AOL Deutschland sind neben den Internet-Anbietern United Internet und Freenet die Telekommunikationskonzerne Telecom Italia, KPN und Versatel für die nächste Bieterrunde ausgewählt worden, wie eine mit dem Verkaufsprozess vertraute Person sagte. „Mitte August werden die Gebote in der zweiten Runde erwartet.“ Für das britische AOL-Zugangsgeschäft böten BSkyB, Orange und Carphone Warehouse, hieß es von der mit dem Verkauf vertrauten Person. In exklusiven Gesprächen für das französische Zugangsgeschäft von AOL ist Neuf Cegetel. Das Unternehmen biete rund 300 Millionen Euro, hieß es in den Kreisen.

AOL hatte zudem angekündigt, seinen Breitbandkunden keine Gebühren mehr für E-Mail- und andere Internetdienste berechnen. Mit dem Strategiewechsel will das Unternehmen mehr Besucher auf ihre Seiten locken und mit Werbung Geld verdienen. Das Gratis-Angebot zielt vor allem auf Nutzer ab, die über andere Anbieter ins Internet gehen, aber ihre E-Mail-Adresse bei AOL behalten wollen. AOL hatte viele seiner Kunden an Konkurrenten wie Google und Yahoo verloren, die diese Dienste schon lange umsonst anbieten.

AOL trägt entscheidend zum Schicksal des ganzen Konzerns bei: Time Warner-Aktien rutschten wegen der Probleme bei AOL zuletzt auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. AOL hat in den USA noch 17,7 Millionen Abonnenten, hat jedoch auch die E-Mail-Adressen früherer Kunden behalten, denen nun die kostenlosen Dienste angeboten werden sollen.

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