Gründung des noch namenlosen Konzerns wohl erst 2005
Bertelsmann und Springer schmieden neuen Tiefdruckriesen

Die beiden Medienkonzerne Bertelsmann und Springer haben sich auf die Zusammenlegung ihrer Druckereien geeinigt. Vorstandsvorsitzender des neuen europäischen Tiefdruck-Giganten soll Stephan Krauss, Vorstandsmitglied der Bertelsmann- Tochter Arvato, werden. Darauf haben sich die Spitzen der beiden Bertelsmann-Töchter Gruner + Jahr (G+J) und Arvato mit dem Berliner Printkonzern Springer („Bild“, „Welt“) geeinigt, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der Beteiligten. Arvato wollte hierzu keine Stellung nehmen. Krauss ist Chef der Nürnberger Arvato-Tiefdruckerei Maul-Belser.

NÜRNBERG. Ende vergangener Woche zurrten Arvato-Chef Hartmut Ostrowski, G+J-Chef Bernd Kundrun und Springer-Chef Mathias Döpfner die Eckpunkte für eine Fusion ihrer Tiefdruckereien fest. An dem neuen Konzern sollen Arvato und G+J jeweils 36,5 % halten und Springer 27 %. Die Fusion soll bis Ende Juni unter Dach und Fach sein, heißt es.

Mit der Verschmelzung würde ein neuer Druckriese mit mehr als 5000 Beschäftigten und einem Anteil von 28 % am deutschen Tiefdruckmarkt entstehen. Die Fusion muss noch von den EU-Kartellbehörden in Brüssel genehmigt werden. „Wir sind bei der Fusion einen wesentlichen Schritt vorangekommen“, betonte ein G-J-Sprecher. Springer wollte zu den Details keine Stellung nehmen.

Wo der Tiefdruck-Konzern seinen Firmensitz hat, ist noch nicht entschieden. In G+J-Kreisen war die Rede von den Niederlanden oder Großbritannien. Das hätte steuerrechtliche Vorteile. Der Sitz der Verwaltung und des Managements wird in Hamburg sein, heißt es in G+J-Kreisen. Damit seien die Gesellschafter den Wünschen der G+J- Großaktionäre und Verlegerfamilie Jahr entgegen gekommen. Alle wichtigen Entscheidungen – auch die Standortfrage – müssen einstimmig von den Gesellschaftern getroffen werden. Den Vorstandsvorsitz schlägt hingegen Gruner+Jahr vor.

Ob es zu einem Stellenabbau an den Standorten in Darmstadt, Ahrensburg, Itzehoe, Nürnberg und Dresden kommen wird, ist offen. Bei Springer heißt es, dass die in 2003 getroffenen Arbeitsplatz-Garantien eingehalten werden.

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