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19.11.2008 
Medienbranche

Gruner+Jahr löst Wirtschaftsredaktionen auf

Dunkle Wolken über Europas größtem Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr. Um Geld zu sparen sollen die Wirtschaftstitel komplett in Hamburg zusammengelegt werden. Der Standort Köln und das Wirtschaftssegment in München werden geschlossen - aus drei Redaktionen werden eine, 60 Stellen fallen weg.

HB HAMBURG. Der Verlag Gruner+Jahr (G+J) will nach einem massiven Rückgang der Werbeeinnahmen die Redaktionen seiner drei Wirtschaftsmagazine „Capital“, „Impulse“ und „Börse Online“ auflösen. Die insgesamt 110 Journalisten aus Köln und München sollen in eine neue Zentralredaktion für Wirtschaftsthemen nach Hamburg umziehen, teilte der Verlag am Mittwoch in Hamburg mit. Von März an solle die 250 Leute starke Redaktion alle drei Titel und die Tageszeitung „Financial Times Deutschland“ (FTD) mit Texten beliefern. Dadurch fallen bei den Wirtschaftstiteln 60 Stellen weg.

Zunächst werde allen journalistischen Mitarbeitern der drei Magazine gekündigt, sagte ein Verlagssprecher. Die Verhandlungen über einen Sozialplan liefen, Für einen Arbeitsplatz in der neu formierten Redaktion in Hamburg müssten sie sich neu bewerben. Verlagschef Bernd Kundrun hatte die Mitarbeiter vor sechs Wochen auf harte Zeiten eingestellt. Das Zeitschriften-Portfolio sollte um alle Titel bereinigt werden, die keine Aussicht haben, die Wirtschaftskrise zu überstehen. G+J gehört zum Medienkonzern Bertelsmann.

Durch den Umzug an die Elbe sollen Kosten in „siebenstelliger Höhe“ eingespart werden, sagte der Sprecher. G+J wolle damit angesichts der trüben Wirtschaftsaussichten das Überleben der Blätter sichern. „Letztlich müssen auch in der neuen Konstellation alle Titel profitabel sein“, sagte er. Die FTD werde dieses Ziel in diesem Jahr abermals verfehlen. G+J hatte die Wirtschaftszeitung 2000 zusammen mit dem „Financial Times“-Verlag Pearson gegründet und vor einem Jahr den Anteil der Briten übernommen.

In den vergangenen Wochen hat die Zurückhaltung der Anzeigenkunden bereits einige Zeitungsverlage zum Gegensteuern veranlasst. Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) will im Jahr 30 Millionen Euro sparen. Künftig solle eine gemeinsame Zentralredaktion die drei überregionalen Teile der Zeitungen der Gruppe produzieren. Das Management der „Süddeutschen Zeitung“ hat Berichten zufolge ebenfalls einen Sparplan in petto.

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