Gruner und Jahr
G+J erwartet hohe Umsatzrendite

Wer braucht schon eine digitale Zukunft? Der Zeitschriftenkonzern Gruner + Jahr verdient fast ausschließlich mit Print-Produkten. Der Konzern erwartet eine zweistellige Umsatzrendite und will expandieren.
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DüsseldorfEuropas größter Zeitschriftenkonzern Gruner + Jahr erwartet für das Gesamtjahr eine zweistellige Umsatzrendite. „Ich hoffe auf ein stabiles Niveau und damit weiter auf eine zweistellige Umsatzrendite bei Gruner + Jahr“, sagte Vorstandschef Bernd Buchholz dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe). Die Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann bleibt aber angesichts des labilen wirtschaftlichen Umfelds vorsichtig. „Es kann zu einer weiteren Talfahrt der Wirtschaft kommen, wenn Banken irgendwo auf der Welt kollabieren oder der Dax in die Knie geht. Was mich beruhigt, ist, dass die Realwirtschaft funktioniert“, sagte der 49-jährige Manager.

Der Hamburger Verlag (Stern, Brigitte, Geo) hat im ersten Halbjahr seinen Umsatz auf 1,25 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum 1,22 Milliarden) gesteigert. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern sank leicht auf 126 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 130 Millionen). Das entspricht einer Umsatzrendite von 10,1 Prozent. „Dass wir dieses Niveau auch in den ersten sechs Monaten 2011 halten konnten, darauf sind wir stolz. Ein solch positives Ergebnis haben wir uns hart erarbeitet, wir haben ein starkes Portfolio und wachsen im Kern“, sagte Buchholz.

Die defizitären Wirtschaftsmedien (Financial Times Deutschland, Capital, Impulse) sind nach einer Restrukturierung auf gutem Weg. „Wir wollen es schaffen, in die schwarzen Zahlen zu kommen und nähern uns in diesem Jahr deutlich der Gewinnzone“, sagte Buchholz. Der Manager hatte seit seinem Amtsantritt im Januar 2009 die Kosten durch Zusammenlegungen von Redaktionen massiv gesenkt.

Der Branchenprimus will sich künftig auch durch Zukäufe insbesondere bei Fachmedien für Geschäftskunden, in der Branche Professional Publishing, stärken. „Das Geld dafür ist vorhanden. Beide Gesellschafter, Bertelsmann und die Jahr-Familie, haben dafür grünes Licht gegeben.“, sagte Buchholz dem Handelsblatt. „Wir selbst verfügen über genügend liquide Mittel.“ Gruner + Jahr verfügt nach eigenen Angaben über eine Liquidität von einer Viertel Milliarde Euro.

Bei Investition in Internunternehmen will sich Gruner + Jahr im Gegensatz zum Konkurrenten Axel Springer aber zurückhalten. „Ich habe auch keine digitale Wende zu verkünden“, sagt Buchholz. „Ich schäme mich aber auch nicht dafür, dass wir rund 90 Prozent unserer Umsätze mit Gedrucktem machen.“ Die Bertelsmann-Tochter will die eigenen Marken wie Stern und Brigitte auf alle digitalen Plattformen weiter ausbauen. Die Erlöse mit digitalen Produkten würden zweistellig wachsen.

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