Gutachten hält Abstimmung auf der Hauptversammlung für rechtswidrig
Erben wollen Aktienoptionen für Springer-Vorstand anfechten

HB BERLIN. Widerstand gegen das umstrittene Aktienoptionsprogramm für den Vorstand des Berliner Axel Springer Verlags gibt es offenbar nicht nur in der Belegschaft. Axel Sven und Ariane Springer, die Erben und Enkel des Verlagsgründers Axel Cäsar Springer, wollen angeblich «mit allen rechtlichen Mitteln» gegen das Beteiligungsprogramm vorgehen, zitierte das Magazin «Spiegel» den Springer-Erben in einer Vorabmeldung vom Wochenende.

Über die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik halten die beiden Springer-Nachkommen gemeinsam mit Friede Springer 50 Prozent und zehn Aktien am Konzern. Gegen den Willen der Springer-Enkel habe sich die gemeinsame Beteiligungsgesellschaft, an der Friede Springer die Mehrheit hält, auf der Springer-Hauptersammlung am Mittwoch in Berlin der Stimme enthalten und damit das Optionsprogramm erst ermöglicht, berichtet der «Spiegel» weiter.

Schon vor der Hauptversammlung habe jedoch ein Gutachten des Frankfurter Aktienrechtlers Theodor Baums vorgelegen, das die bevorstehende Stimmenthaltung der Beteiligungsgesellschaft als rechtswidrig darstelle, hieß es in der Vorabmeldung. Die Springer-Enkel wollen deshalb den Beschluss der Hauptversammlung anfechten, hieß es weiter.

Das auf der Hauptversammlung beschlossene Optionsprogramm, will die Vergütung des fünfköpfigen Springer-Vorstands stärker am Unternehmenserfolg orientieren. In einem ersten Schritt räumt das Programm den Vorständen ein, maximal 62.300 Aktien zu einem Preis von 54 Euro zu kaufen. Für jede erworbene Aktie will Springer den Vorständen eine Option auf acht weitere einräumen. Die Optionen sind aber an das operative Ergebnis geknüpft, das in den kommenden vier Jahren auf rund 280 Millionen Euro gesteigert werden muss. Anderenfalls verfallen die Optionen zumindest zum Teil.

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