Gutes Quartal und anziehende Lizenzumsätze treiben den Aktienkurs in die Höhe
Software AG gibt sich nach Umbau wieder optimistischer

Die Darmstädter Software AG hat mit ihren jüngsten Zahlen die Anleger positiv überrascht. Gute Lizenzerlöse sowie optimistischere Töne des Managements ließen die im TecDax notierte Aktie am Freitag um mehr als 12 % in die Höhe schießen.

jkn FRANKFURT/M. „Wir wollen in diesem Jahr das erste Mal seit drei Jahren die Umsatzrückgänge stoppen“, sagte Karl-Heinz Streibich, der Chef des nach SAP zweitgrößten deutschen Software-Anbieters. Streibich, seit Oktober 2003 an der Spitze der Software AG, geht davon aus, dass die IT-Budgets der Unternehmen in diesem Jahr in den USA um 6 %, in Europa um 2 % und auch in Deutschland um 2 % wachsen werden. Von diesem Kuchen will er sich ein großes Stück abschneiden und setzt dabei auf das Thema Integration. „Hier findet die nächste Investitionswelle statt“, sagte Streibich.

Dennoch rechnet er im laufenden Jahr lediglich mit einer Stabilisierung der Umsätze. Grund: Im Zuge der Konzentration auf die Integration bei den Kunden vorhandener Programme und die klassischen Datenbankprodukte Adabas und Natural gibt die Software AG Randbereiche wie die Anwendungsentwicklung und das Lösungsgeschäft auf. Damit gehen auch Umsätze verloren, die in den Kernfeldern erst wieder aufgeholt werden müssen. Das operative Ergebnis soll aber um mindestens 20 % auf fast 50 Mill. Euro zulegen.

Positiv stimmen die wieder steigenden Lizenzerlöse der Software AG. Sie zeigen, dass das Darmstädter Unternehmen nach einer langen Durststrecke wieder mehr neue Software verkauft. So stieg der Lizenzumsatz im vierten Quartal 2003 währungsbereinigt um 20 %. Dennoch bleibt Analyst Thomas Becker von HSBC Trinkaus & Burkhardt zurückhaltend. Die Firma müsse beweisen, dass es nicht ein einmaliger Erfolg gewesen sei.

Nachfrageschwäche auf dem IT-Markt

Von einer erneuten Restrukturierung wird die Software AG im laufenden Jahr nach Streibichs Aussage profitieren. So sollen in Deutschland noch einmal rund 160 Arbeitsplätze abgebaut werden. Da die Verhandlungen mit dem Betriebsrat noch andauerten, stünde die genaue Zahl noch nicht fest. „Es wird aber auf jeden Fall betriebsbedingte Kündigungen geben“, sagte der Firmenchef. Bereits im vergangenen Jahr hat das Unternehmen die Zahl der Stellen um 12 % auf 2580 reduziert.

Trotz des guten vorigen Quartals spiegelt sich in den Jahreszahlen des Darmstädter Unternehmens die Nachfrageschwäche auf dem IT-Markt wider. So sank der Umsatz 2003 währungsbereinigt um 4 % auf 422,2 Mill. Euro. Das operative Ergebnis vor Steuern legte um 31 % auf 41,5 Mill. Euro zu. Unter dem Strich steht ein Fehlbetrag von 3,4 Mill. Euro. Zum einen fehlten der Software AG die Erlöse aus Beteiligungsverkäufen, die im Jahr zuvor das Zahlenwerk beeinflusst hatten. Zum anderen wirken sich die Kosten für die jüngste Restrukturierung aus. Im laufenden Jahr erwartet Streibich dagegen keine neuen Sonderkosten mehr.

Die Software AG hat das Platzen der Internetblase besonders stark zu spüren bekommen. Das Unternehmen hatte mit großem Aufwand die Entwicklung der so genannten XML-Technologie vorangetrieben. XML ist ein Format zur Beschreibung von Daten, das den Austausch von Informationen über das Internet ermöglicht. Die Software AG hat ihr Know-How in die E-Business-Produkte Tamino und Entire X eingebracht, deren Nachfrage aber eingebrochen ist.

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