Halbjahres-Bilanz
Axel Springer verdient an „Bild“ und „Fakt“

Für den Verlagskonzern Axel Springer ist das erste Halbjahr glänzend verlaufen. Zwar sank der Umsatz durch eine Ausgliederung, doch stieg der Gewinn merklich. Auch die Gesamtjahresprognose sieht nun besser aus.

HB FRANKFURT. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Firmenwertabschreibungen (Ebita) stieg im Vorjahresvergleich um 2,8 Prozent auf 177,8 Mill. Euro. Dies erreichte Europas größter Zeitungsverlag nach eigenen Angaben vom Montag neben Kostensenkungen vor allem durch höhere Erlöse im Anzeigengeschäft, die getrieben von einer wieder erstarkten Werbekonjunktur und Impulsen durch die Fußball-Weltmeisterschaft um 5,9 Prozent auf rund 512 Mill. Euro stiegen. Unter dem Strich steigerte Springer den Gewinn um 10 Prozent auf 111,4 Mill. Euro.

Von der besseren Werbekonjunktur profitierten vor allem die Titel der „Bild“-Gruppe, das „Hamburger Abendblatt“, „TV Digital“ sowie die Springer-Titel in Polen. Die dort im zweiten Quartal gegründete „Dziennik“ habe sich auf Anhieb Platz Drei der polnischen Tageszeitungen gesichert. Im Mai habe sich das Blatt im Durchschnitt mehr als 259 000 mal täglich verkauft. Zum Ziel hatte sich der Konzern eine Auflage von 150 000 gesetzt. Springer gibt in Polen zudem die Boulevardzeitung „Fakt“ heraus, die sich innerhalb kürzester Zeit zum Marktführer und zu einem wichtigen Gewinnbringer für den Verlag entwickelt hatte. Mit 44 Prozent Marktanteil sei Springer nun der größte Verleger im polnischen Tageszeitungsmarkt, erläuterte der Verlag.

Die Vertriebsumsätze blieben mit 577 Mill. Euro im ersten Halbjahr stabil, womit sich der Umsatz im Kerngeschäft um 2,6 Prozent erhöhte. Der Konzernumsatz lag jedoch mit 1,17 Mrd. Euro fast 2 Prozent unter Vorjahr, was Springer im Wesentlichen auf die Ausgliederung des Tiefdruckgeschäfts im zweiten Halbjahr zurückführte. Dieser Bereich steckt nun im Gemeinschaftsunternehmen Prinovis, das Springer und dem Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann gehört. Deshalb erwartet Springer auch im Gesamtjahr im Konzern einen leicht sinkenden Umsatz.

Prognose angehoben

Dennoch rechnet Springer damit, das Ebita-Rekordniveau von 2005 zu erreichen oder leicht zu übertreffen. 2005 hatte sich das bereinigte Ebita auf rund 338 Mill. Euro belaufen, der Umsatz lag bei 2,39 Mrd. Euro. Bislang hatte Springer-Chef Mathias Döpfner wegen der anstehenden Investitionen auch einen sinkenden operativen Gewinn nicht ausgeschlossen.

Döpfner hat profitables Wachstum als Credo ausgegeben und will nach dem geplatzten Einstieg bei der Fernsehgruppe Pro Sieben Sat 1 das Printgeschäft ausbauen und den Konzern durch Auslandsaktivitäten vor allem in Osteuropa und Internet-Geschäfte stärken. Erst jüngst übernahm Springer die Mehrheit an dem Berliner Preissuchmaschinen-Betreiber Idealo Internet.

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