Halbjahres-Bilanz
Bei Mobilcom und Freenet laufen die Geschäfte schlechter

Beim Mobilfunk-Dienstleister Mobilcom und seiner Festnetz- und Internet-Tochter Freenet zeigte sich im ersten Halbjahr das gleiche Bild: Umsatz rauf, Gewinn runter. Die Unternehmen litten nach eigenen Angaben nicht zuletzt unter den Verzögerungen bei ihrer Verschmelzung.

HB HAMBURG. Der Nettogewinn im Konzern verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 53,6 auf 37,8 Mill. Euro, wie das im Technologie-Index TecDax notierte Unternehmen am Dienstag in Büdelsdorf mitteilte. Der Konzerngewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) verringerte sich von knapp 109 auf 79,6 Mill. Euro. Der operative Gewinn der Mobilfunksparte sank von 40 auf 32 Mill. Euro; im Geschäft mit Festnetz- und Internet-Anschlüssen verdiente der Konzern sogar nur noch 47 Mill. nach 68 Mill. Euro in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Die Erlöse erhöhten sich dem gegenüber von 960 Mill. auf 1,02 Mrd. Euro.

Als Grund für den Gewinnrückgang nannte Mobilcom neben dem Preiskampf in der Branche die Hängepartie bei der Fusion mit der Internet-Tochter Freenet. Die Anteilseigner von Mobilcom und Freenet hatten der Fusion vor einem Jahr mit großer Mehrheit zugestimmt. Klagen von Aktionären blockieren jedoch den Vollzug. Außerdem hätten verstärkte Investitionen zur Gewinnung von Breitbandkunden und saisonale Effekte zu einem rückläufigen Ergebnis geführt, hieß es.

Freenet mit Gewinneinbruch

Der Nettogewinn bei Tochter Freenet schrumpfte im Halbjahr von 29,9 auf 19,3 Mill. Euro, wie Freenet in Hamburg parallel zur Mobilcom-Zwischenbilanz mitteilte. Als Grund wurde der harte Preiskampf in der Branche angeführt. Der Umsatz legte um 18 Prozent auf 383,5 Mill. Euro zu. Im Geschäft mit DSL-Anschlüssen wurden im zweiten Quartal aber nur noch 55 000 Neukunden geworben. Im ersten Quartal hatte Freenet noch 75 000 Kunden geworben. Ende Juni hatte Freenet insgesamt 830 000 Kunden für das schnelle Internet.

Einen Ausblick für das Gesamtjahr gab Mobilcom erneut nicht. Ein Unternehmenssprecher verwies zur Begründung auf den andauernden Streit über die Fusion mit Freenet. Das für Mobilcom zuständige Kieler Landgericht hatte kurzfristig eine für Dienstag vorgesehene Entscheidung über die Freigabe der Fusion auf Freitag verschoben. Zuvor hatte bereits das Landgericht Hamburg seine Entscheidung über die Freigabe der Fusion vertagt.

Schwaches zweites Quartal

Im zweiten Quartal alleine sank der Mobilcom-Umsatz von 510 auf 495 Mill. Euro. Analysten hatten dem gegenüber mit einem leichten Anstieg gerechnet. Sowohl die Erlöse im Mobilfunkbereich als auch im Segment Internet und Festnetz, das die Freenet.de AG umfasst, blieben unter Vorjahr. Das Ebitda verringert sich von 51,7 auf 41,5 Mill. Euro. Unter dem Strich blieben 19,8 nach 25,3 Mill. Euro übrig. Die Zahlen lagen leicht über den Analystenerwartungen.

Im Mobilfunkgeschäft verzeichnete mobilcom im zweiten Quartal einen Einbruch im Kundenwachstum. Brutto kamen nur noch 294 000 neue Teilnehmer hinzu nach 449 000 in den ersten drei Monaten des Jahres. Saldiert mit Kündigungen, deren Zahl in die Höhe gestiegen sei, war die Teilnehmerzahl im Zweitquartal sogar um 30 000 rückläufig. Insgesamt belief sich der Kundenbestand per Ende Juni auf 4,97 Millionen.

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