Halbjahreszahlen
Napster-Streit bremst Bertelsmann

Der kostspielige Rechtsstreit um die ehemalige Gratis-Musiktauschbörse Napster hat dem Gütersloher Medienriesen Bertelsmann im ersten Halbjahr das Ergebnis verhagelt. Zudem trübten zwei Sparten des Konzerns die Bilanz und zusätzlich drückten Währungseinflüsse das Ergebnis der Musiksparte BMG.

HB DÜSSELDORF. Trotz guter Geschäfte vor allem der Fernsehtochter RTL sowie des Magazinverlags Gruner + Jahr sank der Überschuss auf 51 von 354 Mill. Euro, wie Bertelsmann am Dienstag mitteilte. Bertelsmann hatte im ersten Halbjahr 2007 rund 300 Mill. Euro gezahlt, um Klagen gegen ihr Engagement bei der Musiktauschbörse Napster abzuwenden. Dies sei der Nettoaufwand nach Steuern, hieß es. Der Aufwand für Napster sei nach dem ersten Halbjahr bilanziell verarbeitet.

Die Einigungen machen 243 Mill. Euro in den insgesamt 297 Mill. Euro ergebnisbelastenden Sondereinflüssen im ersten Halbjahr aus. Eine Sammelklage der Musikverleger in Höhe von mindestens 17 Mrd. Dollar sei damit abgewendet, so der Medienkonzern. Mit Universal, Warner Music und EMI habe sich der Konzern außergerichtlich geeinigt.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen wie Veräußerungsgewinnen und Restrukturierungskosten (Operating Ebit) wuchs von Januar bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,9 Prozent auf 714 Mill. Euro. Der Umsatz ging bedingt durch Verkäufe um 187 Mill. Euro auf rund neun Mrd. Euro zurück. Bereinigt um diese Effekte kletterte der Erlös jedoch um 1,3 Prozent.

Getrübt wurde die Bilanz von der Entwicklung des Buchgeschäfts (Random House) sowie des Clubgeschäfts (Direct Group). Beide Sparten blieben hinter dem Vorjahresergebnis zurück, die Direct Group verzeichnete sogar einen operativen Verlust von 35 Mill. Euro. Bertelsmann begründete dies unter anderem damit, dass umsatzträchtige CDs und DVDs verstärkt in der zweiten Jahreshälfte verkauft würden.

Die Musiksparte BMG, die im Wesentlichen aus dem Joint Venture Sony BMG besteht, musste den Angaben zufolge die Veräußerung des Musikverlaggeschäfts, einen Marktrückgang sowie Währungseinflüsse verkraften. Dies habe nur zum Teil durch Kostensenkungen aufgefangen werden können. Operativ verbuchte die Sparte einen operativen Verlust von drei Mill. Euro.

Finanzvorstand Thomas Rabe zeigte sich für den Konzern zuversichtlich, die Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. „Bei Umsatz und operativem Ertrag wollen wir im Vergleich zum Vorjahr zulegen.“ Die Finanzschulden seien auf rund 6,59 Mrd. Euro gesunken. „Ende 2007 werden wir uns unseren internen Finanzierungszielen wieder weitgehend angenähert haben.“ Nach dem Rückkauf eigener Anteile von der Groupe Bruxelles Lambert für 4,5 Mrd. Euro hatte sich Bertelsmann eine Expansionspause bis Ende 2007 auferlegt.

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