Halbjahreszahlen
Vivendi profitiert vom Brasiliengeschäft

Der Medien- und Telekomkonzern hat im ersten Halbjahr vom Wachstum auf dem brasilianischen Markt und im Spielebereich profitiert. Der bereinigte Nettogewinn stieg kräftig an. Die Prognose für 2011 bleibt unverändert.
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ParisDer französische Medienkonzern Vivendi hat im ersten Halbjahr vom starken Telekom-Geschäft in Brasilien und der anhaltend guten Nachfrage nach Videospielen profitiert. Dagegen verlief das Geschäft auf dem Heimatmarkt nach der Komplettübernahme des zweitgrößten einheimischen Mobilfunkers SFR wegen der schwachen Wirtschaftslage weiter holprig.

Dennoch kletterte der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in den ersten sechs Monaten um 3,7 Prozent auf 3,36 Milliarden Euro, wie der Betreiber des Bezahlsenders Canal+ mitteilte. Der Konzernumsatz stieg um 1,9 Prozent auf 14,25 Milliarden Euro. Der bereinigte Nettogewinn schoss sogar um gut 20 Prozent auf 1,83 Milliarden Euro nach oben. Grund waren Einmalposten im Zusammenhang mit der SFR-Komplettübernahme. Vivendi hatte jüngst von Vodafone die restlichen 44 Prozent an SFR gekauft. „Wir haben nun die volle Kontrolle über unsere Vermögenswerte und zudem unsere Organisation vereinfacht“, erklärte Vivendi-Chef Jean-Bernard Levy.

Vivendi hat erst Anfang Juni seine Mobilfunk-Angebote überarbeitet - bislang aber offenbar ohne sichtbare Erfolge. In den ersten sechs Monaten konnte SFR nur 220.000 neue Kunden gewinnen. Im Vorjahreszeitraum waren es mehr als doppelt so viele. „Es ist zu früh, Rückschlüsse auf die Angebote zu ziehen“, sagte SFR-Manager Pierre Trotot. Die Gewinnmargen in der Sparte sanken den Angaben zufolge auf 25,4 Prozent von 27,3 Prozent.

Der Mobilfunkmarkt ist ein hartes Pflaster in Frankreich mit den Rivalen France Telecom und Bouygues, die allesamt um Kunden buhlen und sich zudem auf den Markteintritt von Iliad vorbereiten. Daher hatten die Anleger ihre Erwartungen an Vivendi bereits reduziert. Seit Januar hat die Vivendi-Aktie etwa 20 Prozent an Wert eingebüßt, auch wenn sie heute um rund 3,5 Prozent zulegen konnte. Ähnlich geht es Unternehmen wie Bouygues. Der Bau, Medien- und Mobilfunkkonzern kündigte ein Milliarden schweres Aktienrückkaufprogramm an, um seinen Kurs zu stützen. Ein solcher Schritt ist für Vivendi nach den Worten von Levy derzeit nicht geplant.

Die Zahlen belegen erneut, wie unterschiedlich sich die Konzernbereiche entwickeln: So profitiert die Tochter Activision Blizzard vom Boom bei Videospielen. Auch die brasilianische Festnetztochter GVT gilt als Lichtblick. Beide Bereiche waren im Halbjahr einmal mehr die Wachstumstreiber.

Für das gesamte Jahr rechnet Vivendi weiter mit einem Nettogewinn von mehr als drei Milliarden Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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