Halbleiterbranche
Erholung rückt in weite Ferne

Die Halbleiterbranche stellt sich auf magere Zeiten ein und fährt die Investitionen deshalb massiv zurück. Die gestern vorgelegten Quartalszahlen des weltweit führenden Chipausrüsters ASML zeigen, dass die Produzenten keine Erholung erwarten. Marktforscher erwarten eine weitere Konsolidierung der Branche.

MÜNCHEN. Der Konzern aus den Niederlanden teilte mit, die Nachfrage nach seinen Maschinen werde in den kommenden Monaten weiter schwinden. Nach einem Gewinneinbruch im dritten Quartal rechnet der Vorstand auch für den Rest des Jahres mit sinkenden Auslieferungszahlen.

Doch damit nicht genug: Der Umsatz werde voraussichtlich auch im kommenden Jahr zurückgehen, warnte Finanzvorstand Peter Wennink. Schon für 2008 rechnet ASML mit einem Fünftel weniger Umsatz als ein Jahr zuvor.

Es hat seinen Grund, dass die Hersteller weniger für neue Maschinen ausgeben: Das Geschäft flaut ab, für das laufende Jahr rechnen die Marktforscher von I-Suppli nur noch mit einem Umsatzplus von 3,5 Prozent auf weltweit 280 Mrd. Dollar. Vor sechs Wochen hatten die Experten noch ein Plus von vier Prozent vorhergesagt. Auch das ist bescheiden für eine Branche, die über zwei Jahrzehnte hinweg jeweils zweistellig gewachsen ist.

„Die Finanzkrise trifft die Industrie auf den unterschiedlichsten Ebenen“, sagt I-Suppli-Analyst Dale Ford. Einerseits würden wichtige Kunden im Finanzsektor ausfallen. Viel schlimmer aber sei, das die Privatleute Angst hätten und weniger Elektronik kauften. Zudem müssten auch Firmenkunden sparen, weil sie keine Kredite für neue IT-Ausrüstungen von ihrer Bank bekämen.

Am härtesten von der Flaute betroffen sind die Hersteller von Speicherchips. Der japanische Anbieter Elpida teilte am Montag mit, zwischen April und September sei ein Fehlbetrag von 286 Mio. Euro aufgelaufen. Analysten hatten zuvor mit 181 Mio. Euro Verlust gerechnet.

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