Halbleiterbranche
Qimonda-Technik lockt Investoren an

Für den Münchener Halbleiterkonzern Qimonda geht es um alles oder nichts: Der angeschlagene Chiphersteller verhandelt mit Investoren über den Einstieg. Die Zeit wird knapp - ohne Partner reicht das Geld nur noch bis Anfang 2009.

MÜNCHEN/DRESDEN. Für den Münchener Halbleiterkonzern Qimonda geht es um alles oder nichts. Falls sich in den nächsten Wochen kein Investor finde, gehe dem Unternehmen Anfang kommenden Jahres das Geld aus, teilte die Infineon-Tochter gestern mit.

Noch gibt der verlustreiche Konzern die Hoffnung aber nicht auf. Das Management spreche mit "strategischen Investoren und Finanzinvestoren über mögliche Partnerschaften", hieß es am Montag. Ein Abschluss könne möglicherweise in den kommenden Wochen zustande kommen.

Offenbar interessieren sich die Investoren vor allem für die neue Chiptechnik von Qimonda. Der Clou an der Entwicklung: Einerseits sinken die Herstellungskosten, andererseits sind die Chips kleiner und verbrauchen weniger Strom. "Buried Wordline" heißt das Verfahren, mit der das Unternehmen einen neuen Weg im Geschäft mit den so genannten Dram-Chips geht. Drams sind Speicherchips, wie sie vor allem in Computern und Unterhaltungselektronik eingesetzt werden. Das Problem dabei: Die Technik kommt zu spät. Bislang hat Qimonda zu teuer produziert und so enorme Verluste angehäuft. Die Herstellungskosten liegen seit mehr als einem Jahr deutlich über dem Verkaufspreis.

Ursprünglich wollte das Unternehmen seine jüngsten Quartalszahlen gestern vorlegen. Die Veröffentlichung hat Vorstandschef Kin Wah Loh aber verschoben und dies mit den Verhandlungen mit Investoren begründet. Qimonda teilte lediglich mit, der Verlust sei höher als im vorangegangenen Quartal ausgefallen. Damals erreichten die roten Zahlen 401 Mio. Euro. Der Umsatz im letzten Quartal lag bei 476 Mio. Euro. Dies war eine positive Überraschung, die Analysten von Unicredit hatten mit lediglich 418 Mio. Euro gerechnet. Jetzt sollen die Ergebnisse Mitte Dezember präsentiert werden.

Allerdings geht Qimonda sichtlich das Geld aus. Zu Beginn des abgelaufenen Quartals verfügte das Unternehmen über liquide Mittel von 630 Mio. Euro. Ende September waren es noch 432 Mio. Euro. Zum aktuellen Stand wollte ein Sprecher keine Angaben machen. "Wir konzentrieren uns darauf, mit unserem Umstrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm den Barmittelabfluss zu reduzieren", erklärte Vorstandschef Loh.

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