Halbleiterhersteller
Infineon will Zukäufe auch über Schulden finanzieren

Der Halbleiterhersteller Infineon nimmt für Zukäufe höhere Schulden in Kauf. Technologie müsse das Unternehmen hierbei jedoch nicht in erster Linie erwerben, hieß es. Zudem gab der Konzern bekannt, Chips in mindestens sechsstelliger Höhe für ein US-Patientenkarten-Projekt zu liefern.

HB MÜNCHEN. „Wir wollen zu den Konsolidierern und nicht zu den Konsolidierten gehören“, sagte Vorstandschef Wolfgang Ziebart der „Financial Times Deutschland“. „Wir werden auch dann Zukäufe ins Auge fassen, wenn wir nicht in nächster Zeit große Qimonda-Aktienpakete verkaufen“, sagte Ziebart. „Wenn wir eine sinnvolle Übernahme sehen, können wir jederzeit auch über andere Finanzierungsmöglichkeiten nachdenken. Wir verfügen über ausreichend Kreditlinien.“

Bereits im vergangenen Monat hatte Infineon den Kauf des Mobilfunkgeschäfts des US-Konkurrenten LSI für mindestens 330 Mill. Euro angekündigt. Die Sparte ist für Infineon vor allem wegen ihrer Kundenbeziehungen zum koreanischen Konzern Samsung interessant. „Technologie müssen wir in der Regel nicht kaufen, die haben wir selber. Wir prüfen, welche Kundenbeziehungen uns durch eine Übernahme entstehen“, betonte Ziebart auch mit Blick auf künftige Übernahmen.

Infineon gab am Montag zudem bekannt, die Chips für das größte Patientenkarten-Projekt in den Vereinigten Staaten zu liefern. 2008 wolle eine Allianz von Siemens und zwei medizinischen Zentren in der Region New York 500 000 Patientenkarten ausgeben, insgesamt sollen es 1,2 Millionen werden. Die Sicherheitschips für die Karten kämen allein von Infineon, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Infineon beliefert bereits Chips für andere Patienten- und Versichertenkarten-Projekte etwa in Italien, Taiwan, Slowenien, Spanien, Indien, Polen, Großbritannien und Deutschland.

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