Halbleiterkonzern Dollarschwäche bremst Infineon aus

Der Halbleiterhersteller Infineon ist einer der Verlierer der neuen amerikanischen Wirtschaftspolitik. Denn der schwache Dollar lässt den Umsatz der Münchener deutlich schrumpfen. Die Aktionäre reagieren nervös.
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Infineon leidet unter dem schwachen Dollarkurs. Die Aktie reagiert mit Kursverlusten. Quelle: Reuters
Enttäuschte Aktionäre

Infineon leidet unter dem schwachen Dollarkurs. Die Aktie reagiert mit Kursverlusten.

(Foto: Reuters)

MünchenNach einer kurzen Verschnaufpause schlägt beim Halbleiterhersteller Infineon die Dollarschwäche wieder voll ins Kontor. Der Konzern aus Neubiberg bei München startete zwar besser als erwartet in sein neues Geschäftsjahr, senkte aber am Mittwoch seine Prognose für 2018. „Im ersten Quartal konnten wir dem Gegenwind des schwächeren US-Dollars noch trotzen“, sagte Vorstandschef Reinhard Ploss. Die weitere Abwertung wirke sich „negativ auf mehr als die Hälfte unseres Umsatzes und damit auch negativ auf die Marge“ aus. Dies könne Infineon „nicht mehr kompensieren“.

Im laufenden Geschäftsjahr soll der Umsatz nur rund fünf Prozent statt wie bisher geplant neun Prozent wachsen; dabei gilt wie üblich eine Schwankungsbreite von zwei Prozent nach oben und unten. Die operative Marge soll 16,5 Prozent betragen; zuvor waren 17 Prozent angepeilt. Nach der Prognosesenkung gab der Infineon-Kurs vorbörslich um fast drei Prozent nach.

Der Halbleiterhersteller hatte bereits im Spätsommer unter der Dollarschwäche gelitten. In den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres, das am 1. Oktober begonnen hat, fuhr Infineon ein Segmentergebnis von 283 Millionen Euro ein – 15 Prozent mehr als vor Jahresfrist und mehr als von Analysten erwartet. „Der Markt für Elektromobilität bleibt ein Wachstumstreiber“, sagte Ploss.

Der Halbleiterhersteller biete Produkte für alle Antriebsformen, von Hybrid- bis zu reinen Elektrofahrzeugen. Infineon macht einen Gutteil seines Geschäfts mit der Autoindustrie. Auch Leistungsbauelemente für Solaranlagen oder Rechenzentren waren zuletzt erneut gefragt.

„Operativ sind wir voll auf Kurs“, betonte der Infineon-Chef. Der Umsatz ging im Startquartal saisonal bedingt zurück auf 1,78 Milliarden Euro, das sind zwei Prozent weniger als im Vorquartal. Infineon hatte einen Rückgang in dieser Größenordnung angekündigt. Die operative Marge lag mit 15,9 Prozent über dem prognostizierten Wert von 15 Prozent. Für das laufende zweite Geschäftsquartal geht der Konzern von einem Umsatzzuwachs von rund vier Prozent aus, bei einer Rendite von 16 Prozent.

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