Halbleiterkonzern
Infineon dementiert Übernahme-Gerüchte

Der Chef des Halbleiterkonzerns Infineon hat die jüngsten Gerüchte über einen Kauf des Unternehmens in das Reich der Fantasie verwiesen. Für sein Kerngeschäft ohne die stark gebeutelte Tochter Qimonda zeigt das Unternehmen derweil wenig Zuversicht. Der schwache Dollar belastet.

HB MÜNCHEN. "Wir hatten zuletzt keine Gespräche mit Private-Equity-Investoren", sagte Wolfgang Ziebart in einer Telefonkonferenz auf die Frage, ob solche Interessenten ihn zugekommen seien. Vor ein bis zwei Jahren habe es Kontakte gegeben. "Ich rechne aber nicht damit, dass sich das wiederholt."

Insgesamt gibt sich das Unternehmen recht pessimistisch. Im Geschäft mit Telekommunikationschips werde im laufenden Geschäftsjahr 2007/08 (bis Ende September) trotz einer erwarteten Umsatzsteigerung um mehr als ein Viertel erneut ein Betriebsverlust anfallen, teilte es am Mittwoch mit. In Segment Auto- und Industriehalbleiter gingen Umsatz und Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) voraussichtlich zurück. "Das Infineon-Ebit und ohne Berücksichtigung von Sondereffekten wird im Geschäftsjahr 2008 voraussichtlich positiv ausfallen, mit einer Ebit-Marge im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich", fasste Infineon zusammen.

Ziebart lastete den Umsatzrückgang dem schwachen Dollar an und warnte vor den Folgen des Verfalls der US-Währung. Sollte sich der Euro bei einem Kurs von etwa 1,60 Dollar einpendeln, "würde dies basierend auf gegenwärtigen Umsatzplanungen im Geschäftsjahr 2008/09 zu einem Rückgang des Infineon-Ebit von 120 Mill. Euro führen. Unter diesen Voraussetzungen wird es nicht möglich sein, eine Ebit-Marge von zehn Prozent zu erreichen", erklärte er. Ziebart hatte sich schon zu Jahresbeginn 2008 angesichts der anhaltenden Schwäche im Telekomsegment von seinem ursprünglichen Renditeziel verabschiedet.

Im zweiten Quartal musste Infineon auch ohne die Verluste der Speicherchip-Tochter Qimonda und die Abschreibung von einer Milliarde Euro auf deren Unternehmenswert einen Gewinnrückgang hinnehmen. Der Überschuss aus dem fortgeführtem Geschäft sei von Januar bis März im Vergleich zum Vorquartal auf 19 Mill. von 45 Mill. Euro geschrumpft, teilte Infineon mit. Der entsprechende Umsatz habe im Quartalsvergleich um vier Prozent auf 1,05 Mrd. Euro abgenommen.

Einschließlich der Verluste der Speicherchiptochter und der Abschreibung von einer Milliarde Euro auf die Beteiligung an ihr ist bei Infineon nach eigenen Angaben in den Monaten Januar bis März ein Nettoverlust von rund 1,4 Mrd. Euro angefallen. Im Weihnachtsquartal hatte der Fehlbetrag noch 396 Mill. Euro betragen. Infineon betrachtet Qimonda wegen der zunehmend konkreteren Trennungspläne neuerdings als "nicht-fortgeführtes Geschäft", das nicht mehr zur Kernbilanz zählt.

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