Halbleiterproduktion
Neue Konkurrenz für Silicon Saxony

Der Wettlauf um die Ansiedlung neuer Chipwerke wird noch härter. Denn neben den etablierten Produktionsstandorten in den westlichen Industrieländern, in Taiwan, Singapur und China drängt jetzt auch Indien ins Geschäft mit Halbleitern. Europa spielt bei deren Herstellung schon fast keine Rolle mehr.

BANGALORE. Experten gehen davon aus, dass in dem asiatischen Land in den nächsten Jahren mehrere Fabriken entstehen könnten. "Indien hat ein großes Potenzial, um ein Zentrum der Chipfertigung zu werden", sagt Stanley Myers, Chef des Branchenverbands Semi.

Halbleiterfabriken sind auf der ganzen Welt heiß begehrt. Viele Staaten betrachten die mehrere Milliarden Euro teuren Werke als Grundstein für eine eigene Elektronikindustrie. Deshalb fließen rund um die Erde jedes Jahr auch viele hundert Millionen Euro an öffentlicher Hilfe, um die Chipkonzerne anzulocken.

Deutschlands Chipregion Nummer eins, die sächsische Landeshauptstadt Dresden und ihr Umland, tut sich allerdings zunehmend schwer, in diesem Rennen um neue Werke mitzuhalten. Das liegt einerseits daran, dass EU-Regeln hohe Subventionen verhindern. Andererseits schreiben die drei großen, im sogenannten Silicon Saxony ansässigen Halbleiterkonzerne derzeit tief rote Zahlen. Infineon, Qimonda und AMD fehlt momentan schlicht das Geld, um an der Elbe zu investieren.

So hat der Speicherchiphersteller Qimonda jüngst seine noch im vergangenen Sommer fest geplante Erweiterung des Werks in Dresden auf Eis gelegt. Und das, obwohl die öffentliche Hand das Vorhaben mit mehr als 160 Mill. Euro gefördert hätte. Der Neubau hätte 1,2 Mrd. Euro kosten sollen.

In vielen anderen Ländern fließen wesentlich höhere Subventionen. Hinter vorgehaltener Hand klagen deshalb hochrangige Manager der Chipindustrie, dass es heute völlig unattraktiv sei, Werke in Europa zu bauen. AMD hat sich von Subventionen in seinem Heimatland Amerika locken lassen und angekündigt, das nächste Werk im Staat New York zu bauen. Noch ist die Investition aber nicht in trockenen Tüchern.

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