"Halten uns alle Optionen offen"
Premiere drängt ins Free-TV

Der Bezahlfernsehsender hatte im August angekündigt, mit Hilfe der Fußball-Champions-League in das frei empfangbare Fernsehen einsteigen zu wollen. Einem Zeitungsbericht zufolge macht Premiere damit nun offenbar ernst. Der Sender hat nach eigenen Angaben jedoch noch keine Entscheidung getroffen. Medienberichte über einen Kauf des Sportsenders DSF wollte ein Sprecher nicht kommentieren.

HB MÜNCHEN. „Alle Optionen sind weiter offen“, sagte der Premiere-Sprecher am Dienstag. Die „Rheinische Post“ hatte berichtet, dass der Bezahlsender Premiere DSF für rund 200 Mill. € kaufen wolle. Auch die Produktionsfirma Plazamedia und das Internetportal Sport1 sollten in den Besitz von Premiere übergehen. EM.TV wollte den Bericht nicht kommentieren. EM.TV-Kreisen zufolge steht der Sender DSF weiter nicht zum Verkauf. Zudem stünden Plazamedia sowie Sport1 nicht zur Debatte.

Spekulationen um einen Verkauf des DSF und Interesse von Premiere kursieren seit längerem im Markt. Sie waren durch die Ankündigung von Premiere, mit Hilfe der Fußball-Champions-League in das frei empfangbare Fernsehen einzusteigen, neu angefacht worden. Premiere hat sich von der Saison 2006/07 an für drei Jahre nicht nur die Rechte für die Live-Übertragung des größten europäischen Vereinswettbewerbs im Pay-TV, sondern auch im Free-TV gesichert. Dazu will Premiere entweder einen Sender kaufen oder selbst aufbauen. Sollte Premiere dies nicht bis zum Frühjahr 2006 gelingen, fallen die Rechte an den europäischen Fußballverband Uefa zurück, der sie dann neu vergeben kann.

Fußball ist für Premiere eines der größten Zugpferde. Nur bei Deutschlands einzigem Bezahlfernsehsender sind alle Spiele der Bundesliga live zu sehen. Demnächst steht die Vergabe der Übertragungsrechte für die Saison 2006/07 an. Der DSF erwarb zuletzt die Live-Übertragungsrechte für die meisten Uefa-Cup-Spiele deutscher Mannschaften für drei Jahre ab der Spielzeit 2005/06. DSF gehört seit März vollständig zu EM.TV, das sich damit auf Sportereignisse spezialisiert. Das zeitweise von der Insolvenz bedrohte Medienunternehmen war einst durch Rechte an Trickfilm-Serien wie „Biene Maja“ bekannt geworden.

Nach einem anfänglichen Minus drehte die im MDax notierte Aktie von Premiere ins Plus. Bei 22,75 € lag sie 0,18 % über dem Schlusskurs vom Vortag. Die im SDax notierte EM.TV-Aktie legte um 4,71 % auf 5,11 € zu.

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