Handel mit Facebook-Likes „Ich verkaufe 201 Fans bei Facebook für 18,90 Euro“

Der Versand ist kostenlos: Unternehmen können sich Fans bei Facebook und Follower bei Twitter kaufen. Einige Anbieter verdienen damit gutes Geld – auch wenn der Handel nicht erlaubt ist. Eine Spurensuche
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Wer bei Facebook Fans kauft, verstößt gegen die Regeln des Sozialen Netzwerks – es verbietet den Handel mit Profilen. Quelle: Reuters

Wer bei Facebook Fans kauft, verstößt gegen die Regeln des Sozialen Netzwerks – es verbietet den Handel mit Profilen.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfWer bei Ebay nach „Facebook-Fans“ sucht, wird schnell fündig: „Kaufen Sie 5.000 deutsche Fans, seriös und professionell!“, heißt es da. Oder „100 Qualitäts-Likes für Ihre Facebook-Seite!“

Das Geschäft mit gekauften Facebook- und Twitter-Anhängern boomt. Erlaubt ist es nicht, denn zumindest Facebook verbietet den Handel mit Profilen. Trotzdem tummeln sich immer mehr Anbieter im Netz, die Fans oder Follower verkaufen.

Zum Beispiel MSWebMedia, eine Webmarketing- und Webdesign-Firma. Im eigenen Ebay-Shop verkauft das Unternehmen Fans, „echte Freundschaftsanfragen“ und Likes für Fotos oder einzelne Beiträge – also Klicks auf den „Gefällt mir“-Knopf.

Der gerade mal 18-jährige Maik Satzer gründete die Firma vor einem Jahr. Er und eine Mitarbeiterin erwirtschaften nach eigener Aussage 10.000 Euro Umsatz im Monat. „Täglich buchen mindestens 20 Firmen bei uns“, erklärt der jugendliche Firmenchef.

Zu seinen Kunden gehören tatsächlich Privatleute, die über 20 Freunde bei Facebook nicht hinauskommen und ihrem persönlichen Profil einen Kick geben wollen. Nach dem Motto: Zeig mir, wie viele Facebook-Freunde Du hast, und ich sag Dir, wie angesehen Du bist.

Facebook verbietet den Handel mit Fans
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16 Kommentare zu "Handel mit Facebook-Likes: „Ich verkaufe 201 Fans bei Facebook für 18,90 Euro“"

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  • Ich muss Recht geben, dass wo ein Markt ist auch Geld verdient werden soll. Zwingt einem ja keiner dazu "Fans" zu kaufen. Das diese wenig wertvoll sind wurde von den Vorrednern ja bereits erwähnt, weshalb ich auf diesem Thema nicht weiter rumkauen werde. Zu bemerken gibt es aus meiner Sicht nur, das Facebook sich mit seiner Untätigkeit mal wieder ein hübsches Stück Qualität für ein paar Dollar abkaufen lässt. Ich wär kürzlich bei einer Infoveranstalltung von Google und was die alles für Mühen auf sich nehmen um ihre Qualität zu steigern ist beachtenswert, wenn auch ein Mamutprojekt. Bleibt nur für alle die für Likes etc. Geld bezahlen und diejenigen die damit Geld verdienen zu hoffen, dass FB in Zukunft keine Bestrebungen in diesem Maße angeht.

  • @NurIch

    Einerseits Teile ich Ihre Meinung, welche auf die Kurzlebigkeit des Geschäftes abzielt, andererseits sind wir ein Netzwerk mit über 100 Bezugspunkten was das ganze bei uns schwerer machen würde.

  • Fakt ist, dass die "Liker" gekauf sind und Facebook die Präsenzen sowohl des Käufers als auch des Verkäufers von heute auf morgen dicht machen kann. Da brauchen sich nur einige Wenige finden, die derartiges Seiten melden.
    Dazu kommt, dass in jüngster Vergangenheit derartige Dienste gezielt Angriffen von Hackergruppen ausgesetzt waren und z.B. Like-Transakionsdaten und/oder E-Mailadressen in falsche Hände gefallen sind.
    Bei all diesen Risiken kann man nur davor warnen, solche "Dienste" in Anspruch zu nehmen.

  • @netshadow

    Natürlich haben Sie in dem Punkt recht, wie wir weiter Unten schon sagten : "gekaufte Fans, werden nie mit echten vergleichen zu sein"

    Dies wird natürlich auch immer so bleiben.

    Um dem Kunden unsere Qualität zu beweisen, stellen wir Echtzeit Statistiken zu Verfügung, dort kann der Kunde die Accounts sehen die geliked haben um so sicher zu stellen, dass es keine Fake Accounts sondern echte Reale Personen sind.

  • @MsWebMedia

    Naja, Ihre vielleicht, will ich ja nicht in Abrede stellen. Aber das sog. virale Marketing wird schlicht überbewertet, und ist daher einfach zu teuer.
    Jede Maßnahme, auf die man nur klicken muß, und das in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen, lädt dazu ein, das automatisch ablaufen zu lassen, und wird auch regelmäßig so gehandhabt. Man kann es als Kunde nicht unterscheiden, wenn man nicht weiß wo man da nachsehen muß oder kann, oder überhaupt irgendwie kontrollieren kann.
    Gekaufte Stimmen und Likes sind für mich kein Konzept, vor allem keines mit dem ich echte Waren verkaufen will. Da ist immer noch die gute alte Langlauf-Kleinanzeige im besseren Konvertierungsverhältnis.

  • @Student
    Das trifft es besser, bis eben kannte ich den Begriff noch nicht,jedoch ist Interessant, dass dieser das Geschäftsmodel recht gut beschreibt

  • klingt nach einer Art des "crowdturfing"= Kombi aus crowdsourcing + astroturfing, das in der Onlinekultur von China und auch den USA mittlerweile angeblich sehr üblich ist

  • @netshadow
    Ich muss Sie diesbezüglich Korrigieren, unsere Liker sind echte deutschsprachige Profile und keine Fakes oder Bots

  • "Gekaufte Likes - ich frage mich, welchen Schwachsinn sich die Leute noch einfallen lassen, um an das Geld anderer zu kommen."

    Naja, spätestens wenn sich das auf den Aktienkurs auswirkt ist so manches schöne "Werbekonzept" dahin *g*.

    Die Likes, die angeblich so aktiv sind, das sind die Spamprofiles in Blogs und deren automatische Abarbeitung und andere automatisch ablaufende Scripte.
    Irgendwann wird auch mal ein menschliches Auge draufschauen, aber es ist wohl eine ähnliche Berechnung wie Spam-Mails.

  • Interessante Diskussion hier und man MUSS den Kritikern einfach recht geben, gekaufte Fans, werden nie mit echten vergleichen zu sein. Auch das sagen wir unseren Kunden immer wieder, wir bieten nur die Dienstleistung an, denn der Markt ist da, die Entscheidung zum Kauf treffen die Kunden.

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