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Handelsbeziehungen: Indien verbannt chinesische Netzausrüster

Die Regierung steckt Milliarden in den Aufbau moderner Telekom-Netze - und befürchtet Spionage durch die chinesischen Geheimdienste. Für die Volksrepublik ist Indien ein wichtiger Markt - die Verweigerung von weiteren Geschäften ist daher ein schwerer Schlag für die Ausrüster.

Indien investiert viele Milliarden in moderne Telekomnetze. Bislang haben Chinesen gut daran verdient. Quelle: Reuters
Indien investiert viele Milliarden in moderne Telekomnetze. Bislang haben Chinesen gut daran verdient. Quelle: Reuters

NEU DELHI/DÜSSELDORF. Als Reaktion auf die Berichte über chinesische Spionageangriffe hat Indien den Import von Telekomausrüstung aus China untersagt - und damit die ohnehin angespannten Handelsbeziehungen zwischen den beiden rivalisierenden Wirtschaftsmächten weiter belastet. Mehrere Mobilfunknetzbetreiber in Indien berichten, die Regierung habe ihnen die Genehmigung für geplante Geschäfte mit chinesischen Netzausrüstern wie Huawei Technologies und ZTE verweigert. Als Grund seien Sicherheitsbedenken genannt worden.

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Der brisante Importbann kommt für die Chinesen zur Unzeit, weil gerade jetzt hohe Investitionen in den boomenden Telekomsektor anstehen: Die Regierung versteigert zurzeit neue Mobilfunk-Lizenzen für das mobile Internet, die Branche rechnet mit Aufträgen in zweistelliger Milliardenhöhe für die neuen Netze. Noch sind die nicht erteilt, weil die Auktion noch nicht beendet ist. Bis Ende des Monats dürfte sie aber abgeschlossen sein.

Chinas Netzausrüster galten bisher als größte Nutznießer der Aufträge, weil sie deutlich billiger sind als ihre Konkurrenten aus Europa, Japan und den USA. Der Preis ist in Indien besonders wichtig, weil dort weltweit die billigsten Mobilfunktarife gelten und die Anbieter stärker auf ihre Kosten achten müssen.

Für die chinesischen Ausrüster ist Indien ein wichtiger Markt: Huawei machte dort 2009 elf Prozent seines Umsatzes und verkaufte Anlagen im Wert von 2,3 Mrd. Dollar. Bei ZTE betrug das Geschäft acht Prozent des Umsatzes. Neu Delhi fürchtet schon seit längerem, dass Mobilfunkausrüstung aus China Software beinhalten könnte, die Nachrichtendiensten den Zugriff auf Gespräche und Datentransfers ermöglicht. Im vergangenen Jahr hatte sie deren Installation an den Grenzen zu Pakistan und China blockiert. Grund für die Ausweitung des Importstopps sind Berichte, wonach chinesische Hacker in Computer der Regierung eingedrungen sein sollen und dabei geheime Informationen unter anderem des Verteidigungsministeriums ausspioniert hätten.

Seit Februar hat die Regierung laut der indischen Zeitung "Economic Times" 109 Aufträge an chinesische Netzausrüster abgelehnt. Betroffen seien fast alle indischen Mobilfunker von Marktführer Bharti Airtel über Vodafone bis zum norwegisch-indischen Joint-Venture zwischen Telenor und Unitech.

  • 09.05.2010, 15:07 UhrAnonymer Benutzer: Denkerist

    Sicher auch für manche indische Firma ein schwerer Schlag bezüglich Absatz. Aber die inder haben erkannt, was die Europäer aus kurzfristischer Gewinngier nicht überziehen! Die Gefahr, die von einem System ausgeht, was sich an keine wirtschaftlichen Regeln hält.

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