Handelsblatt Exklusiv
Finanzkrise hilft den Nachrichtensendern

Die Talfahrt an den Börsen hilft den privaten Nachrichtensendern mächtig auf die Sprünge: N-TV und N 24 erreichen Rekordquoten. N-TV könnte sogar bald wieder Gewinne machen.
  • 1

DüsseldorfDie Turbulenzen auf dem Finanzmarkt bescheren den deutschen Nachrichtenkanälen Rekordquoten. „Die Frage vieler Menschen, wie geht es wirtschaftlich weiter, treibt uns auch neue Zuschauer zu“, sagte Hans Demmel, Geschäftsführer des Kölner Nachrichtenkanals N-TV, dem Handelsblatt. „Wir machen daher verstärkt Erklärstücke, um den Zuschauern die komplexen ökonomischen Zusammenhänge zu erläutern.“ Auch bei N24 ist der Aufwärtstrend spürbar. „Das Interesse am Börsengeschehen hat spürbar zugenommen, wenn auch nicht exorbitant“, sagte N24-Chef Torsten Rossmann gestern. Vor allem am Vormittag bei der Live-Berichterstattung aus der Frankfurter Börse sei der Aufwärtstrend spürbar.

Derzeit liegen N-TV und N24 mit einem Zuschauermarktanteil von 1,1 Prozent gleichauf. Im vergangenen Jahr erzielte N-TV beispielsweise nur 0,9 Prozent. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erreicht die RTL-Tochter 1,3 Prozent (Vorjahr 1,0 Prozent) und der Konkurrent N 24 sogar 1,5 Prozent (Vorjahr 1,4 Prozent).

Seit vielen Jahren schreibt N-TV, ein Tochterunternehmen der RTL Group, die zum Medienkonzern Bertelsmann gehört, rote Zahlen. Für den Nachrichtenkanal ist der jetzige Sprung bei der Reichweite Gold wert. Das nun gestiegene Interesse an Wirtschaft und Politik hilft dem Sender finanziell aus der Patsche. „Wir bewegen unser schneller in Richtung schwarzer Zahlen als ursprünglich erwartet“, sagt N-TV-Chef Demmel, der seit vier Jahren an der Spitze von N-TV steht. Ob es die Kölner bereits in diesem Jahr schaffen, die Gewinnzone zu erreichen, ist nach Meinung von Insidern noch offen.

Der Absturz der Börsen weltweit in der vergangenen Woche bescherte N-TV bis zu 50 Prozent mehr Zuschauer im Vergleich zu normalen Handelstagen. Beispielsweise lag die Quote am Montag vor einer Woche bei 2,5 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe. Üblich ist ein Korridor zwischen 1,6 bis 1,8 Prozent.

Seite 1:

Finanzkrise hilft den Nachrichtensendern

Seite 2:

Nachrichtensender sind ein Luxusgut

Kommentare zu " Handelsblatt Exklusiv: Finanzkrise hilft den Nachrichtensendern"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Schade nur, dass die deutschen Medien sich dem Diktat des Politbüros unterwerfen. Damit machen sie sich mit schuldig an der schlimmen Entwicklung in der EU.

    Warum wird nirgendwo folgendes erwähnt:

    Finnland erhält als Absicherung für seine Teilnahme am Griechenland-Rettungsschirm eine Barsicherheit in Höhe des finnischen Anteils. Diese wird auf ein Konto in Finnland gezahlt und im Falle eines Ausfalls Griechenlands von Finnland einbehalten. So haben sich die Finnen aus dem System verabschiedet und der deutsche Anteil erhöht sich entsprechend.

    Die deutschen Medien schweigen ... das sagt alles.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%