Handelsblatt Exklusiv
Versatel gliedert Außendienst an Ericsson aus

Ende des Jahres wechseln 95 Mitarbeiter des deutschen Festnetzbetreibers.
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Stockholm Der Festnetzbetreiber Versatel gliedert seinen gesamten technischen Außendienst an den schwedischen Telekommunikationsausrüster Ericsson aus. Die 95 Versatel-Mitarbeiter, die in den Bereichen Wartung, Instandhaltung und Service der Netze tätig sind, werden im vierten Quartal dieses Jahres zu Ericsson wechseln. Für den Weltmarktführer Ericsson ist das Versatel-Abkommen ein Durchbruch in Deutschland: Bislang hatten nur die traditionellen Telekom-Konzerne wie die Deutsche Telekom und Vodafone die Wartung und den Service ihrer Netze an Telekommunikationsausrüster ausgelagert.

Mit Versatel übernimmt der schwedische Konzern nun erstmals auch den technischen Außendienst für einen sogenannten alternativen Festnetzbetreiber. Der Chef der Ericsson-Sparte, Valter D’Avino, unterstrich im Gespräch mit dem Handelsblatt, dass das Versatel-Abkommen auch deshalb für sein Unternehmen wichtig sei, da es sich hauptsächlich um den Festnetz-Bereich handele. „Im Mobilfunk-Geschäft ist die Auslagerung des technischen Außendienstes weltweit sehr viel gewöhnlicher als im Festnetz-Bereich“. Das Abkommen soll über fünf Jahre laufen. Beide Seiten einigten sich auf Stillschweigen über das Auftragsvolumen. Der Deal umfasst technische Dienstleistungen in den erreichen Wartung, Instandhaltung, Logistik und das Anschließen neuer Kunden. Versatel-Vorstand Joachim Bellinghoven sprach von Kosteneinsparungen für sein Unternehmen und der Möglichkeit, sich noc särker auf die Kundenbeziehungen konzentrieren zu können.

Für Ericsson stellt das Abkommen mit Versatel eine Ergänzung des im vergangenen Herbst abgeschlossenen Deals mit Vodafone dar, der ebenfalls den Service für das deutsche Fest- und Mobilfunknetz von Vodafone beinhaltete: Der Konzern kann nun mit seinen etwa 660 Technikern für mehrere Kunden gleichzeitig arbeiten. Von kürzeren Anfahrtswegen und effizienteren Arbeitseinsätzen profitieren alle Seiten. Durch das Versatel-Abkommen und die Integration der 95 Mitarbeiter des Unternehmens kann Ericsson auch seine Festnetz-Kompetenz verstärken.

Für die großen Telekommunikationsausrüster ist die Übernahme der Wartung, Instandhaltung und Verwaltung der Netze ein immer wichtigerer Geschäftsbereich geworden. Bei Ericsson arbeiten mittlerweile bereits etwa 45 000 Mitarbeiter in diesem Dienstleistungsbereich. Das ist die Hälfte der gesamten Belegschaft. Der Service-Bereich stand im vergangenen Jahr mit einem Umsatz von rund zwei Milliarden Euro für ein Zehntel des gesamten Konzernumsatzes.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent

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