Handelsblatt-Interview
Martin Sorrell: „Wir werden asiatischer und afrikanischer“

Martin Sorrell, Chef des weltweit zweitgrößten Werbekonzerns WPP, unterhält sich mit dem Handelsblatt über Unternehmergeist, deutsche Verbraucher und neue Geschäftsfelder.

Herr Sorrell, was fällt Ihnen ein, wenn Sie an deutsche Verbraucher denken?

Sorrell: Preis, Preis und nochmals Preis. Deutschland ist vermutlich von allen 104 Märkten, in denen wir tätig sind, der mit den preisbewusstesten Verbrauchern.

Macht das Ihr Geschäft schwieriger?

Sorrell: Natürlich ist die Preisorientierung in gewisser Weise eine Bedrohung. Aber ich würde den Spieß eher umdrehen und sagen: Es ist auch eine Chance. Und die heißt Innovation. Das heißt, die Hersteller müssen innovativer sein und Produkte herausbringen, die die Verbraucher auch wirklich wollen.

Müssen auch Sie innovativer werden?

Sorrell: In erster Linie müssen unsere Kunden innovativ sein, aber wir können sie dabei unterstützen. Unsere Chance in Märkten mit Überkapazitäten ist das Thema Branding und Werbung. Weil echte Produktvorteile immer schneller vom Markt kopiert werden, bietet Werbung die Chance, Produkte in der Wahrnehmung der Verbraucher zu differenzieren.

Sie haben mit Grey die fünfte Werbeagentur unter das Dach der WPP-Gruppe geholt – neben JWT, Ogilvy, Young & Rubicam (Y&R) und Red Cell. Wie differenzieren Sie diese fünf Agenturmarken?

Sorrell: Mitarbeiter wie Kunden verbinden mit den fünf Agenturgruppen Unterschiedliches. Ogilvy ist ein voll integrierter Anbieter, der quer über alle Disziplinen aufgestellt ist. JWT hat einen engeren Fokus auf klassischer Werbung. Grey ist sehr auf Markenführung fokussiert, und Y&R hat zurzeit mit seinen Tochterfirmen die Kunden mit den stärksten Marken, die wir künftig effektiver kombinieren wollen. Cameron Red Cell haben wir gegründet, um eine kleine flexible Einheit zu haben.

Der Wettbewerb zwischen den Agenturgruppen unter dem Dach von WPP ist ...

Sorrell: ... prima ...

... dürfte aber mit dem Zukauf von Grey doch zunehmen?

Sorrell: Ich hoffe, dass er das tut. Aber ich hoffe auch, dass die Kooperation untereinander wächst. Ich denke, die Kunden verlangen vor allem Ressourcen. Sie interessiert, dass sie die richtigen Leute mit den richtigen Ideen und Antworten auf ihre Probleme finden, und weniger, welche Agenturmarke dahinter steht.

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