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11.11.2007 
Millionen Euro Schulden

Handwerker-Portal geht erneut Pleite

von D. Fockenbrock

Der Spitzenverband des Handwerks ZDH hat mit seinem Versuch, eine bundesweite elektronische Vergabeplattform aufzubauen, zum zweiten Mal Schiffbruch erlitten. Das Deutsche Vergabe und Beschaffungsnetz (www.dvbn.de) hat Insolvenz angemeldet. Das kommt den Spitzenverband teuer zu stehen.

HB DÜSSELDORF. DÜSSELDORF Die Handwerksorganisation hat mit ihrem Versuch, eine bundesweite elektronische Vergabeplattform aufzubauen, zum zweiten Mal Schiffbruch erlitten. Das Deutsche Vergabe- und Beschaffungsnetz » www.dvbn.de hat Insolvenz angemeldet. Das bestätigte der vom Gericht eingesetzte Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma dem Handelsblatt am Wochenende.

Für den Spitzenverband des Handwerks ZDH ist diese Pleite besonders unangenehm, weil damit auch Lizenzeinnahmen von einer halben Million Euro pro Jahr wegfallen. Denn noch immer sitzt die Handwerksorganisation auf mehreren Millionen Euro Schulden aus der Insolvenz des früheren Internetportals „handwerk.de“. DVBN hatte dieses Portal übernommen.

Nach Angaben des Berliner Anwalts Köhler-Ma sind von der Insolvenz insgesamt vier Unternehmen mit etwa 60 Beschäftigten betroffen. Gesellschafter ist die Venture-Kapitalgesellschaft Grazia Equity aus Stuttgart, die nach eigenen Angaben bis zum Sommer dieses Jahres schon einen „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in die DVBN-Gruppe investiert“ hatte. Grazia und ZDH waren am Wochenende nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Noch im Juni versicherte DVBN-Geschäftsführer Jörg Lübcke gegenüber dem Handelsblatt, dass „der Gesellschafter Grazia Equity bis zum geplanten Break-even in die Unternehmensgruppe DVBN“ investieren wolle. Dies sei die für ein Start-up übliche Vorgehensweise für einen Investor. Grazia hat nun aber offenbar die Geduld verloren. Ziel des Portals war es, für öffentliche und private Handwerksaufträge das führende Internetportal in Deutschland zu werden. Nach eigenen Angaben sind derzeit 30 500 Handwerksbetriebe sowie 2 000 Ausschreiber registriert. 12 800 Ausschreibungen sollen bereits über das Portal abgewickelt worden sein.

Vorläufer des privaten DVBN-Portals ist „handwerk.de“, das der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) Anfang des Jahrtausends selbst ins Leben rief . Doch das Projekt scheiterte spektakulär. Im Januar 2004 meldete das ZDH-Portal „handwerk.de“ Insolvenz an und hinterließ der Spitzenorganisation 8,7 Mill. Euro Schulden. Den damals amtieren Präsidenten des Handwerks, Dieter Philipp, kostete die Pleite sogar das Amt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kooperation zwischen ZDH und DVBN war auch in der Online-Branche umstritten

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