Handy-Geschäft
BenQ kriegt Siemens-Hinterlassenschaft nicht in den Griff

Das Handy-Geschäft belastet den taiwanesischen Elektronikhersteller BenQ. Die von Siemens übernommene Sparte – heute BenQ Mobile – hat den Konzern im abgelaufenen Quartal in die Miesen getrieben. Besserung ist erst im nächsten Jahr in Sicht. Die Probleme sind großteils hausgemacht.

HB MÜNCHEN. Wie BenQ Mobile am Donnerstag in München mitteilte, werden erst Mitte 2007 und nicht wie zunächst geplant bereits Ende 2006 schwarze Zahlen erwartet. Wesentliche Gründe seien die verspätete Einführung neuer Produkte und die Aussortierung alter, schlecht laufender Geräte.

Experten sehen in der unattraktiven und unübersichtlichen Modellpalette den Hauptgrund für den Verlust von Marktanteilen. BenQ Mobile dümpelt mittlerweile bei einem weltweiten Anteil von 3,2 Prozent – ein Drittel weniger als im zweiten Quartal des Vorjahres. Dagegen eroberten die Branchenriesen Nokia (33,6 Prozent) und Motorola (21,9 Prozent) weitere Anteile. Die Zahlen legte der Marktforscher Gartner am Donnerstag vor. Branchenweit wuchs der Absatz an Handys um 18,3 Prozent auf 229 Mill. Geräte.

Vor knapp einem Jahr hatte BenQ das schwächelnde Mobiltelefon-Geschäft von Siemes übernommen. Seitdem seien 400 Mill. Euro eingespart worden, teilte der Unterhaltungselektronik-Konzern mit. Das Unternehmen hatte hunderte Arbeitsplätze abgebaut; der Standort Ulm wurde geschlossen; die Mitarbeiter im Werk Kamp-Lintfort verzichten bis Jahresende auf Teile ihres Lohns.

In diesem Jahr sollen den Angaben zufolge weitere 150 Mill. Euro eingespart werden, unter anderem durch die Schließung des Werkes im mexikanischen Mexicali; davon sind 30 Mitarbeiter betroffen. „Im Moment gibt es keinen weiteren Stellenabbau“, sagte ein Sprecher. BenQ Mobile werde aber jeden der acht verbleibenden Standorte verstärkt auf Sparmöglichkeiten abklopfen. Der neue Finanzchef David Wang soll die Kostensenkungen umsetzen. Erstmal darf er sich aber auf eine Finanzspritze des Mutterkonzerns von 400 Mill. Dollar freuen.

Parallel zur Kostensenkung soll die Marke gestärkt werden. Bis Ende des Jahres sollen 70 Prozent aller Geräte in den Geschäften den Schriftzug „BenQ-Siemens“ tragen. Im Moment werden viele Handys noch unter „Siemens“ und „BenQ“ verkauft Daneben werde BenQ die Zahl der neuen Mobiltelefon-Modelle im kommenden Jahr um ein Drittel auf 20 reduzieren. Im laufenden Jahr bringt der Anbieter 30 neue Handy-Varianten auf den Markt.

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