Handy, Internet, Festnetz
Vodafone entdeckt die Vielfalt

Bis jetzt galt bei Vodafone die Devise, sich auf den Mobilfunk zu konzentrieren. Das ist Geschichte. Der Konzern setzt nun auf das Zusammenwachsen von Handy, Festnetz und Internet. Die Bundesrepublik ist das Versuchskaninchen der Briten.

HB NEWBURY/DÜSSELDORF. In Deutschland sollen zum Jahresende erste Kombiprodukte mit DSL-Anschlüssen angeboten werden, kündigte der britische Konzern am Dienstag an. Geplant ist hier eine Zusammenarbeit mit der Tochter Arcor, an der die Mutter trotz aller Verkaufsgerüchte festhält.

Mit der allgemein erwarteten Strategie-Neuausrichtung gibt die Vodafone- Gruppe ihren jahrelang verfolgten Ansatz als reiner Mobilfunkanbieter auf, mit dem sie unter anderem die spektakuläre Übernahme von Mannesmann und dessen D2-Netz vor sieben Jahren bestritten hatte. Konzernlenker Arun Sarin verwies auf veränderte Kundenbedürfnisse angesichts zusammenwachsender Übertragungswege.

Vorreiter dieser Entwicklung wird die deutsche Landestochter sein. Ihr Geschäftsführer Friedrich Joussen sagte, man werde die DSL-Produkte der Schwestergesellschaft Arcor auf Großhandelsbasis beziehen. Auch international werde der Einstieg ins Festnetz auf diese Weise und nicht über Eigenaufbau laufen.

Vodafone Deutschland will nach Joussens Worten zu einem bedeutenden Anbieter auf dem Festnetzmarkt aufrücken. Langfristig strebt er dabei einen ähnlichen Marktanteil wie die 38 Prozent im Mobilfunk an. Über die Zukunft von Arcor werde später im Lichte der Akzeptanz der neuen Produkte entschieden.

Insgesamt steigerte Vodafone Deutschland die Erlöse im vergangenen Geschäftsjahr 2005/2006 um 1,2 Prozent auf 8,4 Mrd. Euro. Damit habe man T-Mobile als Marktführer abgelöst. Da die Kosten stabil blieben, legte das Betriebsergebnis um über 2 Prozent auf knapp 4 Mrd. Euro zu. Die operative Marge stieg auf den Rekordwert von 47 Prozent.

Auch Arcor ist im zurückliegenden Geschäftsjahr 2005/2006 kräftig gewachsen. Der Umsatz stieg vor allem dank zusätzlicher Kunden und höherer Nutzung der Dienste um knapp 21 Prozent auf umgerechnet knapp 1,93 Mrd. Euro. Der bereinigte operative Gewinn legte von 93 auf 203 Mill. Euro zu. Dazu hätten neben den Erlöszuwächsen auch Kostensenkungen beigetragen. Die Arcor-Kunden nahmen besonders die Breitband-Angebote gut an. Die Zahl der DSL-Anschlüsse erhöhte sich im Jahresvergleich um 166 Prozent auf rund 1,21 Mill. Damit komme Arcor jetzt auf einen Anteil auf dem deutschen DSL-Markt von 11 Prozent.

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