Handy-Offensive in Österreich
Aus One soll Orange werden

France Telecom sieht auf dem hart umkämpften österreichischen Mobilfunkmarkt noch Wachstumschancen. Ihre Tocher Orange soll dort mit neuen Produkten punkten. Nach dem Kauf des Mobilfunkers One wird dessen Management ausgetauscht und der Name „One“ allmählich gestrichen.

WIEN / DÜSSELDORF. Die France Telekom-Mobilfunktochter Orange und der ungarische Finanzinvestor Mid Europa wollen ihre Neuerwerbung in Österreich komplett umbauen: Nachdem die Investoren den Mobilfunker One in der vergangenen Woche für 1,4 Mrd. Euro gekauft hatten, soll nun das Management ausgetauscht werden und der Name bald verschwinden.

Bisheriger Mehrheitseigentümer von One war der deutsche Energieversorger Eon, der seit Jahren versucht hatte, sich von seinem Engagement in Österreich zu trennen. Er dürfte durch den Verkauf einen Buchgewinn von rund 330 Mill. Euro erzielt haben und ist, wie ein Konzernsprecher betonte, nun ein reines Energieunternehmen.

Zur Zukunft von One sagte ein Sprecher der France Telekom: „Ein neues Management, das voll dem Mobilfunkgeschäft verschrieben ist, wird sein Amt antreten.“ Damit sind die Tage von Joergen Bang Jensen als Manager an der Spitze von One gezählt. Wie das Handelsblatt aus dem Umfeld von France Telecom erfahren hat, soll der ehemalige Telering- und kurzzeitige E-Plus-Chef Michael Krammer neuer Statthalter von Orange in Österreich werden. Die Gespräche über die neue Führung von One laufen aber offenbar noch. Krammer selbst wollte diese Informationen nicht bestätigen. „Ich nehme dazu keine Stellung“, sagte er dem Handelsblatt.

Die France Telecom sieht auf dem hart umkämpften österreichischen Mobilfunkmarkt spezielle Wachstumschancen. Weil die Nutzungsrate von Mobilfunktelefonen mit 113 Prozent bereits extrem hoch ist, wollen die Franzosen vor allem auf neue Produkte setzen, die, so ihre Hoffnung, in dem gesättigten Markt schneller akzeptiert werden. „Wir glauben, dass sich dadurch die Mobilfunk-Nutzung in Österreich noch weiter steigern lässt“, sagte der France Telecom-Sprecher. Vom Finanzinvestor Mid Europa hieß es, der Schwerpunkt der künftigen Arbeit liege nicht auf Kostensenkung, sondern auf Umsatzsteigerung. „Wir sind nicht die, die mit der Eisenstange vorgehen“, sagte der mit der Abwicklung der Übernahme betraute Investmentmanager von Mid Europa, Nikolaus Bethlen.

Mid Europa ist mit 65 Prozent neuer Mehrheits-Aktionär bei One. Durch diese Konstruktion ist France Telecom nicht gezwungen, One in ihrer Konzernbilanz zu konsolidieren. Strategie der Franzosen ist es offenbar, One erst nach der vollständigen Sanierung ganz zu übernehmen. Um zu den Marktführern A1 von Telekom Austria und der Mobilfunktochter T-Mobile der Deutschen Telekom aufzuschließen, müsste France Telecom nach der One-Übernahme weiter zukaufen. Theoretisch in Frage käme der viertgrößte österreichische Mobilfunker „3", der allerdings jegliche Verkaufsabsichten dementiert. Eigentümer von „3“ ist der Mischkonzern Hutchison Whampoa, dem immer wieder nachgesagt wird, er werde den Rückzug aus dem europäischen Mobilfunk antreten. France Telekom kommentiert entsprechende Spekulationen nicht.

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