Handyausrüster
Balda kauft Problem-Töchter zurück

Überraschende Kehrtwende: Die Balda AG will ihr bereits veräußertes früheres Kerngeschäft nun in Eigenregie restrukturieren. Sie kauft ihre drei Töchter von der KS Plastic Solutions GmbH zurück. Der Handyausrüster aus Bad Oeynhausen hofft, so billiger davon zu kommen. Am Markt wird das honoriert.

iw/HB BAD OEYNHAUSEN Nach einer Mitteilung vom Freitagmorgen will das SDax-Unternehmen aus Bad Oeynhausen die Balda Solutions Deutschland GmbH, die Balda Werkzeug- und Vorrichtungsbau GmbH sowie die Balda Solutions Hungaria Kft zurückerwerben. Aus Sicht der Balda AG werde dies zu geringeren Liquiditätsbelastungen führen.

Die Banken hätten sich bereit erklärt, bis auf Weiteres von einem möglichen Recht auf Fälligstellung ihrer Kredite an die Balda AG keinen Gebrauch zu machen. Die zunächst verfolgte Suche nach einer Überbrückungsfinanzierung gelang nicht. Andere Geldgeber hätten sich bereit erklärt, diese Liquidität zur Verfügung zu stellen. Damit sei "eine sich abzeichnende Krise" der Balda AG abgewendet, erklärte das Unternehmen.

Die Aktien von Balda haben am Freitag zu Handelsbeginn um 17 Prozent zugelegt. "Da ist schon richtig viel Bewegung drin", sagte ein Händler bereits vor Börsenöffnung.

Erst am Mittwoch hatte der Hersteller von Touch-Sensoren eingestanden, der erforderliche Verlustausgleich für die verkauften drei Ex-Töchter übersteige die Liquidität des Unternehmens. Zugleich war die Veröffentlichung der Zahlen für das Gesamtgeschäftsjahr auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Daraufhin war der Börsenkurs des Unternehmens zeitweise um 40 Prozent eingebrochen. Analyst Thomas Langer von der WestLB sagte: "Offensichtlich lässt der von Balda geschlossene Vertrag massive Fragen offen. Das Ganze scheint ein Fass ohne Boden." Balda hatte sich von seinem verlustreichen Geschäft mit Handyschalen zum Jahresende 2007 getrennt.

Nach einer harten Sanierung wollte sich die Muttergesellschaft eigentlich Asien zuwenden: Dort stellt Balda weiter Handy-Gehäuse her, und die Tochter TPK produziert berührungsempfindliche Bildschirme (Touch-Screens). Zu den Großkunden zählt unter anderem Apple mit seinem iPhone.

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