Handyausrüster
Balda plant Zukäufe

Der weltweit zweitgrößte Handygehäusehersteller will sein Wachstum über Firmenkäufe beschleunigen. 2006 setzt Balda vor allem auf den Mobilfunkboom in Asien.

HB FRANKFURT. Balda habe in diesem Jahr zum einen andere Handyausrüster - etwa einen Hersteller von Metallgehäusen - im Visier, zum anderen Anbeiter von Verbraucherelektronik, kündigte Vorstandschef Joachim Gut am Mittwoch in Frankfurt an. „Bis 2010 hat sich Balda das Ziel von einer Milliarde Euro Umsatz gesetzt“, sagte der Balda-Chef. Das sei aus eigener Kraft nicht zu erreichen. Die nicht Handy-bezogenen Sparten - etwa Automotive und Medizintechnik - sollen wieder an Gewicht gewinnen.

Für das laufende Geschäftsjahr kündigte das im Kleinwerteindex SDax gelistete Unternehmen eine Umsatzsteigerung aus eigener Kraft um rund 15 Prozent auf 450 bis 460 Mill. Euro an. Dagegen werde der Gewinn vor Steuern voraussichtlich auf 46 bis 48 Mill. Euro zurückgehen. 2005 verbuchte die Firma aus dem ostwestfälischen Bad Oeynhausen vor Steuern ein Ergebnis von 49,7 Mill. Euro. An der Steigerung des Jahresüberschusses im vergangenen Jahr um ein Fünftel sollen die Aktionäre mit der höchsten Dividende der Firmengeschichte von 0,30 Euro je Aktie (plus 50 Prozent) teilhaben.

Zum Wachstum sollen in diesem Jahr die beiden neuen Werke in Asien wesentlich beitragen. In Chinas Hauptstadt Peking, wo auch die Balda-Kunden Nokia und Ericsson produzieren, soll in wenigen Tagen die Serienfertigung starten, im indischen Nokia-Standort Chennai im Sommer ein Betrieb eröffnen. Der Anteil des zurzeit noch die Hälfte des Umsatzes ausmachenden Europageschäfts solle schrumpfen. Die Mitarbeiterzahl in Deutschland - bislang arbeiten hierzulande ein Viertel der konzernweit 8000 Beschäftigen - solle bei guter Auftragslage aber konstant bleiben. Rund zwei Fünftel der deutschen Belegschaft seien ohnehin Leiharbeiter von Zeitarbeitsfirmen. „Das gibt uns die notwendige Luft zum Atmen“, sagte Gut.

Nach einem 2005 über den Erwartungen liegenden globalen Handymarkt rechnet Balda auch für das laufende Jahr mit von Asien getriebenen starken Wachstumsraten. Angesichts der Produktion vor Ort könne Balda im Preiskampf mithalten, sagte Gut. Wegen zu hoher Produktionskosten hatte der weltweit führende Handyausrüster, die finnische Perlos-Gruppe, zuletzt einen Gewinneinbruch und die Schließung eines Werks in den USA bekannt gegeben.

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