Handyausrüster unterbewertet?: Balda-Chef sieht sein Unternehmen als Übernahmekandidat

Handyausrüster unterbewertet?
Balda-Chef sieht sein Unternehmen als Übernahmekandidat

Balda-Chef Joachim Gut scheut sich nicht, sein eigenes Unternehmen zu loben: Mit seinen starken Absätzen auf den asiatischen Märkten sei der Konzern ein attraktives Ziel für Übernahmen. Branchenkenner teilen Guts Optimismus in dieser Beziehung jedoch nur bedingt.

DÜSSELDORF. Ein Interview des Balda-Chefs Joachim Gut stößt bei Analysten auf wenig Zustimmung. Gut hatte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg gesagt, der Handyausrüster sei Ziel einer möglichen Übernahme. Balda sei für viele asiatische Elektronikkonzerne interessant. Allerdings wollte Gut keine Namen nennen und auch die möglichen Gespräche nicht präzisieren.

Jochen Reichert, Analyst von SES Research, hält eine Übernahme von Balda kurzfristig für unwahrscheinlich. Die Balda-Technik der berührungsempfindlichen Bildschirme (Touch-screen) sei nicht einzigartig, da auch andere Konzerne wie Sharp, Optrex oder Wintek mit dieser Technik bereits am Markt seien. Dies werde 2008 deutlich auf die Preise drücken. Balda hatte mit dieser Technik Schlagzeilen gemacht, da das Unternehmen aus Bad Oeynhausen als wichtiger Zulieferer für Apples Handy "I-Phone" gilt.

Balda-Chef Gut hatte in dem Interview weiter gesagt, dass der Aktienkurs von Balda unterbewertet sei, wenn man das Umsatzpotenzial mit Displays in China betrachte. Balda hat dieses Geschäft in das Gemeinschaftsunternehmen TPK ausgegliedert. SES-Analyst Reichert unterstellt den Äußerungen das Interesse des Vorstandes an hohen Aktienkursen. "Das Unternehmen braucht wahrscheinlich eine weitere Kapitalerhöhung, um die Expansion zu finanzieren", sagte Reichert. Die jüngste Kapitalerhöhung im Volumen von fast 70 Mill. Euro haben die vier Hauptaktionäre, darunter der Taiwaner Michael Chang und der US-Investor Guy Wyser-Pratte, übernommen und sich verpflichtet, sämtliche neuen Aktien zu einem Kurs von zehn Euro je Aktie zu zeichnen. Gestern notierte die Aktie bei 9,70 Euro und verlor 1,4 Prozent. SES Research empfiehlt die Balda-Aktie zu verkaufen und hat ein Kursziel von 6,50 Euro.

Gestern teilte die Bayerische Landesbank mit, dass sie seit Ende 2007 einen Anteil von 4,3 Prozent an Balda hält. Gegen Ende des Jahres hatte sich der frühere Premiere-Chef Georg Kofler mit etwa 5,5 Prozent an Balda beteiligt. Der Wert seines Aktienpaketes wird auf 30 Mill. Euro geschätzt.

Balda hat inzwischen sein ursprüngliches Stammgeschäft, die Produktion von Handyschalen, in Europa beendet und das verlustreiche Geschäft verkauft. Die Werke mit 800 Beschäftigten in Bad Oeynhausen und in Ungarn wurden an die KS Plastic Solution verkauft. In diesem Bereich will sich das Unternehmen mit insgesamt 7 500 Beschäftigten auf Asien konzentrieren.

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